Versandhandel

Erstkauf: Etwa 41 Prozent online APOTHEKE ADHOC, 22.01.2018 09:15 Uhr

Berlin - Der mündige Patient kauft online – auch beim „ersten Mal“, so lautet das Ergebnis einer Studie der Marketingagentur Dr. Kaske. Auf einer Datenbasis von 5430 OTC-Produkten wurden mehr als zehn Millionen Käufe analysiert – bei durchschnittlich 41,1 Prozent handelte es sich dabei um Erstkäufe. Die Nase vorn haben antiallergische Augentropfen.

Berücksichtigt wurden Produkte aus 212 ATC-Gruppen über einen Zeitraum von zwölf Monaten. Für zwei Drittel aller berücksichtigten Kategorien liegt der Erstkaufanteil bei mehr als 30 Prozent. Nummer 1 mit etwa 74 Prozent belegt der Markt der antiallergischen Augentropfen, abgeschlagen mit weniger als 10 Prozent sind Jodtherapeutika. Viele Erstkäufe sind auch bei Nahrungsergänzungsmitteln zu verzeichnen.

Personen, die das jeweilige Produkt zum ersten Mal im Internet kauften, hatten sich auch online informiert. Dabei nutzten die Kunden die Beratungsrecherche der Versandapotheken, Videos, Beipackzettel oder die Bewertungen von Nutzern. Letztere spielen bei der Kaufentscheidung eine große Rolle. Auffällig bei den Bewertungen ist jedoch der hohe Zufriedenheitswert, den die vermeintlichen „Nutzer“ angeben – denn nicht nur Käufer können eine Bewertung abgeben. Durchschnittlich werden 4,2 von 5 Sternen für die Präparate vergeben.

Im Durchschnitt verbringen Kunden etwa acht Minuten auf der Seite einer Versandapotheke. Davon kauft allerdings nur jeder fünfte dann auch. Einen Unterschied gibt es auch in den Altersgruppen und beim Geschlecht: Frauen bestellen häufiger als Männer. Je älter die Kunden, desto größer ist der Warenkorb, je jünger sie sind, desto weniger Produkte sind im kleineren Warenkorb zu finden.

Die Kernklientel der Versandapotheken ist zum Großteil zwischen 40 und 59 Jahre alt. Im vergangenen Jahr waren je 19 Prozent der Kunden zwischen 40 und 49 beziehungsweise 50 und 59 Jahre alt. Der Anteil der 20 bis 29-Jährigen lag bei nur 14 Prozent. Die Generation 70+ machte 15 Prozent aus.

Während Zweitkäufer online vor allem Großpackungen bestellen, setzen Erstkäufer auf die kleinste im Handel befindliche Packungsgröße. Somit wird nicht gleich ein Vorrat bestellt, allerdings kann laut Dr. Kaske der Erstkauf der Einstieg dazu sein. Nicht zuletzt weil 50 Millionen Deutsche ohnehin online kaufen. Ein Grund könnte der Bequemlichkeitsfator sein oder auch die Tatsache, dass es sich nicht um ein Akutproblem handelt. Der Preisvergleich spielt nur eine untergeordnete Rolle: Der Anteil der preisgetriebenen Käufer liegt laut Dr. Kaske bei etwa 10 Prozent.

Wer im Allgemeinen denkt, die Kunden informieren sich in den Vor-Ort-Apotheken und kaufen dann online, wird überrascht – der Anteil beträgt 30 Prozent. Hingegen kaufen 40 Prozent der Kunden, die sich online informiert haben, dann doch offline.

Rund um das Thema Digitalisierung dreht sich auch die Digitalkonferenz VISION.A am 21. und 22. März in Berlin. Dabei sein lohnt sich! Am ersten Tag gibt es hochkarätige Keynote-Vorträge und Debatten. Sprechen wird unter anderem der ehemalige Bild-Chefredakteur Kai Diekmann, der als einer der Vorreiter der Digitalisierung der deutschen Medienbranche gilt. Am Abend werden die VISION.A Awards für herausragende Projekte und disruptive Kampagnen verliehen. Tag 2 lädt in zahlreichen Smart Labs und Workshops zur Vertiefung der Themen und zum interaktiven Austausch ein. VISION.A ist eine Veranstaltung von APOTHEKE ADHOC und Apotheken Umschau.