Deutscher Apothekertag

ABDA-Präsident fehlt bei ABDA-Presskonferenz Lothar Klein, 17.09.2019 14:44 Uhr

Berlin - Normalerweise bietet die Auftaktpressekonferenz zum Deutschen Apothekertag (DAT) am Tag vor dessen Eröffnung für die ABDA die Gelegenheit, eine breitere Öffentlichkeit auf die Anliegen der Apothekerschaft aufmerksam zu machen. Seit drei Jahren präsentiert die ABDA dazu den „Apothekenklima-Index“ zur Gemütslage der Branche. Zudem steht dieses Jahr das „im Juli vom Bundeskabinett beschlossene Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG) dabei im Zentrum der Aufmerksamkeit“, wie es in der Einladung zum Termin heißt. Nur ABDA-Präsident Friedemann Schmidt kommt nicht zu Presskonferenz. Er weilt noch beim FIP-Kongress in Abu Dhabi.

Zum ersten Malt seit mindestens zehn Jahren fehlt damit der amtierende ABDA-Präsident bei der Pressekonferenz zum Deutschen Apothekertag. Schmidts Stellvertreter Mathias Arnold und ABDA-Hauptgeschäftsführer Dr. Sebastian Schmitz sollen die eingeladenen Journalisten stattdessen überzeugen. Gut 300 Delegierte auf dem Deutschen Apothekertag in Düsseldorf diskutierten über die Zukunft des Gesundheitssystems und der Arzneimittelversorgung, heißt es in der Einladung.

Und weiter: „Das im Juli vom Bundeskabinett beschlossene Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG) steht dabei im Zentrum der Aufmerksamkeit. Aber auch weitere patientenrelevante Themen wie Arzneimittel-Lieferengpässe und das eRezept stehen auf der Tagesordnung. In diesem Kontext präsentieren wir die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter Apothekeninhabern – den nunmehr vierten ‚Apothekenklima-Index‘“.

In frühere Zeiten waren auch schon mal DAV-Chef Fritz Becker und der amtierende BAK-Präsident bei Auftaktpressekonferenzen anwesend. Schmidt war normalerweise auch gesetzt. Dieses Jahr ist er nicht dabei. Er ist beim 79. Kongress der weltweiten Pharmazeutengemeinde (FIP), die sich in diesem Jahr vom 22. bis 26. September in Abu Dhabi trifft.

Fragen an ABDA-Präsident Friedemann Schmidt fallen damit dieses Jahr aus. Das ist besonders schade, weil sich Schmidt seit geraumer Zeit nur noch selten den Fragen der unabhängigen Fachpresse stellt. Zuletzt gab es dazu die Gelegenheit nach der ABDA-Mitgliederversammlung im Sommer. Normalerweise ist die Veranstaltung vor dem DAT auch von der Publikumspresse und Agenturen gut besucht.

Weil der ABDA-Präsident in Abu Dhabi weilt, kann man ihn nun nicht fragen, ob und warum er es für eine gute Idee hält, dass er den Auftritt von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am letzten Tag des DAT als Moderator begleitet. Damit führt Schmidt zwar Regie bei der nach Spahns Auftritt geplanten Fragerunde und kann die Fragesteller präsidial auswählen. Andere hielten es allerdings für besser, wenn der ABDA-Präsident in Gegenwart von Spahn die Forderungen und Bedenken der Apothekerschaft selbst energisch vertreten würde – oder zumindest auf der DAT-Auftakt-Presskonferenz.

Absicht oder nicht: Man wird den Eindruck nicht los, dass Schmidt kritischen Fragen nicht nur zu seiner Rolle bei der Entstehung des Apothekenstärkungsgesetzes (VOASG) lieber aus dem Wege geht. Gerne hätte man vom ABDA-Präsidenten auch persönlich erfahren, wie die ABDA die weitere Beratung des VOASG in Bundesrat und Bundestag beurteilt und was er vom Erfolg der Bühler-Petition zum Rx-Versandhandelsverbot hält. Angesichts der Themen und Inhalte der politischen Lageberichte zum Auftakt der zurückliegenden DAT kann man jedenfalls nicht sicher sein, dass Schmidt diese Fragen von sich aus aufgreift.