Notdienstpauschale

Apotheker verlieren 600.000 Euro Alexander Müller, 14.03.2018 14:30 Uhr

Berlin - 

Die Apotheker erhalten für 2017 insgesamt fast 600.000 Euro weniger als Sonderzahlung für ihre Notdienste. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Nacht- und Notdienstfonds hervor. Dafür haben die Apotheken aber im vergangenen Jahr auch 5327 Notdienste weniger geleistet als 2016.

Insgesamt liegt das Ausschüttungsvolumen für 2017 bei 113,7 Millionen Euro. Ursprünglich hatte die Politik den Apothekern einen jährlichen Zuschuss von 120 Millionen Euro versprochen. Diese Summe wurde aber noch in keinem Jahr erreicht.

Immerhin waren sie Ausschüttungen aber kontinuierlich gestiegen. Wurden im ersten vollen Jahr 2014 noch 112,1 Millionen ausgezahlt, waren es in den Folgejahren, 113,1 beziehungsweise 114,3 Millionen Euro. Doch dieser Trend hat sich 2017 nicht fortgesetzt. Für das vergangene Jahr stehen dem NNF nur 113,7 Millionen Euro zur Ausschüttung zur Verfügung. Unter dem Strich sind das 597.520 Euro weniger. Die Verwaltungskosten sind dabei jeweils schon abgezogen.

Die Notdienstpauschale ist im letzten Quartal 2017 noch einmal auf 280,12 Euro gestiegen. Damit erhalten die Apotheker für jeden geleisteten Vollnotdienst 12,05 Euro mehr als für das dritte Quartal. Die Pauschale entspricht aber in etwa dem Wert von 2016 (279,46 Euro). Laut dem Nacht- und Notdienstfonds wurden bei der Berechnung der Notdienstpauschale für Q4/17 103.503 Volldienste berücksichtigt, die von 19.662 Apotheken erbracht wurden.

Der geschäftsführende Vorstand des Deutschen Apothekerverbands (DAV) hat die Höhe der Notdienstpauschale gestern festgelegt. Die entsprechenden Auszahlungsbescheide werden zum Wochenwechsel den Apotheken zugestellt. Die Auszahlung des pauschalen Zuschusses erfolgt zum Monatsende.

Für jede zu Lasten der Krankenkassen abgegebene Rx-Packung fließen 16 Cent in den Nacht- und Notdienstfonds (NNF). Die Gesamtsumme wird durch die Anzahl der geleisteten Notdienste geteilt. Dieser Betrag wird für jeden Notdienst an die Apotheken ausgeschüttet.

Die jeweils zur Verfügung stehende Summe ist also variabel. Je mehr Packungen in einem Quartal zulasten der Krankenkassen abgegeben werden, desto mehr Geld fließt in den Fonds. Die Höhe der Pauschale hängt dann von der Anzahl der geleisteten Dienste ab. Die ABDA hat von der Politik wiederholt eine Erhöhung des Zuschusses von 16 auf 19 Cent gefordert.