Getöteter Apotheker in Hamburg-Harburg

Axt-Mord: Polizei sucht zwei Personen APOTHEKE ADHOC, 18.01.2019 16:54 Uhr

  • Nach dem grausamen Mord an dem Hamburger Apotheker Mohamed Joune (48) sucht die Polizei jetzt nach zwei Personen. Titelblatt Hamburger Morgenpost

Berlin - Nach dem grausamen Mord an dem Hamburger Apotheker Mohamed Joune (48) sucht die Polizei jetzt nach zwei Personen. Die Unbekannten könnten im Zusammenhang mit der Tat stehen, teilte die Hamburger Mordkommission heute mit.

Beide mutmaßlichen Täter waren dunkel gekleidet. Einer, der kleinere, habe ein Beil bei sich getragen. Der andere Mann, der als deutlich größer beschrieben wird, trug einen Hammer. Die Ermittler sprechen von einem „auffallenden Größenunterschied zwischen beiden Personen“.

Der Inhaber der Vivo-Apotheke in der Lüneburger Straße war am Dienstagabend von Passanten blutüberströmt und schwer verletzt in der Fußgängerzone gefunden worden. Er war zunächst noch bei Bewusstsein, aber nicht ansprechbar gewesen und verstarb wenig später in einem Krankenhaus.

Gestern hatten die Ermittler einen sogenannten Mantrailer, den Personenspürhund „Beppo“, eingesetzt. Er bekam vor dem Tathaus eine Geruchsprobe und führte die Experten in ein nahe gelegenes Parkhaus. Dort suchten die Beamten nach weiteren Spuren, auch Material der Videoüberwachung wurde sichergestellt.

Joune war ein syrischer Oppositionsaktivist. Er lebte seit vielen Jahren in Deutschland, engagierte sich als Vorsitzender der „Union der Syrer im Ausland“. „Auf Fotos hält er die syrische Oppositionsflagge“, schreibt die Bild-Zeitung, „Vereinsziel ist, den Zusammenhalt der Syrer außerhalb Syriens zu unterstützen auf der Grundlage eines freien demokratischen Staates.“ Den Kindern Syriens eine bessere Zukunft zu bieten, war dem ermordeten Apotheker ebenfalls ein wichtiges Anliegen. Er hinterlässt eine Ehefrau und zwei kleine Töchter.

Die Hamburger Polizei ermittelt derzeit in alle Richtungen und hält es auch für möglich, dass es Ärger mit Obdachlosen gegeben haben könnte, die in einem Haus, das dem Apotheker gehörte, gewohnt haben sollen. Möglich wäre, dass es zwischen Joune und einer dort übernachtenden Person zum Streit gekommen ist.

In der Hamburger Morgenpost beschreiben Nachbarn und Geschäftstreibende aus der Lüneburger Straße den ermordeten Mann als ruhig, höflich und immer hilfsbereit. Die Hamburger Polizei bittet Zeugen, die Hinweise zur Tat geben können oder Beobachtungen im Umfeld gemacht haben, sich zu melden.