Dresscode

Das 1x1 des Kittels Eva Bahn, 04.05.2018 12:54 Uhr

Berlin - 

Kittel = Kittel? Weit gefehlt. Je nach Einsatzbereich werden unterschiedliche Anforderungen an das Kleidungsstück #1 in der Apotheke gestellt. Labor- und Rezepturkittel müssen anders beschaffen sein als solche, die im Kundenkontakt getragen werden. Es empfiehlt sich daher, zwei verschiedene Sorten vorrätig zu halten.

1. Der Laborkittel

Seine Aufgabe ist es, die Kleidung und die Haut des Trägers vor Säuren und Laugen zu schützen. Daher muss er vor allem robust und lang sein. Am Handgelenk darf er eng anliegen, es empfehlen sich daher Modelle, bei dem sich dort Knöpfe befinden, um ihn sicher abzuschließen. Der Kragen ist ebenfalls möglichst hochgeschlossen zu wählen. Ein V-Ausschnitt ist der Sicherheit abträglich, und ein möglichst hohes Revers sollte bevorzugt werden.

Auch der Schnitt ist wichtig, denn der Kittel darf nicht bei der Arbeit behindern: Ist er zu eng, so ist die persönliche Handlungsfreiheit beeinträchtigt, weil man sich nicht optimal bewegen kann. Ist er zu weit, so steigt die Gefahr, dass man bei beengten Platzverhältnissen an Ärmeln oder Armbeugen hängen bleibt oder mit dem Faltenwurf am Rücken etwas umstößt.

Der perfekte Laborkittel ist daher leicht tailliert und in der passenden Größe etwa knielang. Das Material besteht optimalerweise aus Baumwolle. Es fühlt sich dadurch zwar häufig steif an und ist nicht ganz so langlebig wie ein Gemisch mit Synthetikfasern, aber robuster. Baumwolle hat schlechtere Brenneigenschaften, reagiert weniger häufig mit Reagenzien und ist auch für die chemische Reinigung geeignet. Zum Verschließen bieten sich verdeckte Reißverschlussleisten an, da sie komplett dicht abschließen. Auch Druckknöpfe sind sinnvoll, da man diese bei Bedarf auch schnell aufreißen kann, um den Kittel abzuwerfen.

2. Der Kittel für die Offizin

Hier hat man eher die Qual der Wahl, denn Einschränkungen wie bei den Laborkitteln bestehen nicht. Der Kittel, den man im Kundenkontakt trägt, soll vor allem vorteilhaft aussehen und dem Kunden positive Signale senden. Ein Mischgewebe mit Synthetikfasern wird oft vorgezogen, da es weniger schnell knittert, bügelfrei ist und fließender fällt.

Die Farbe Weiß wird üblicherweise bevorzugt, da der Kunde sie mit Eigenschaften wie Sauberkeit, Reinheit und medizinischer Fachkompetenz verbindet. Farbliche Applikationen an den Ärmeln oder an den Kragen können den etwas steifen Gesamteindruck eines weißen Kittels ein wenig abmildern. Hat die Apotheke ein Logo, so kann man die Farbe danach aussuchen. Leider gibt es diese Möglichkeit nicht für Männerkittel, die ohne Farbe auskommen müssen. Möchte man also einheitliche Berufskasacks mit Farbe für das ganze Team bestellen, so muss man für die männlichen Kollegen sehr lange suchen. Individuelle Anfertigungen bieten sich hier an, Apothekenlogos oder Slogans lassen sich gut aufsticken. Ganz allgemein ist es sinnvoll, sich auf ein Modell für alle zu einigen, das man in verschiedenen Ausführungen bestellen kann.

Eine große und schlanke Mitarbeiterin wählt sicherlich eine andere Passform als eine kleinere und rundlichere Kollegin oder der männliche Apotheker. Tragen jedoch alle das gleiche Modell mit denselben Farben, so signalisiert das: Wir sind ein Team. Das stärkt den Zusammenhalt – und ein einheitliches Erscheinungsbild ist auch für die Wirkung auf den Kunden vorteilhaft!