Polizei sucht Zeugen

Rätselraten um Tatmotiv im Apothekermord APOTHEKE ADHOC, 17.01.2019 11:52 Uhr

  • Die Hintergründe für den grausamen Mord am Hamburger Apotheker Mohamed Joune (48), der am Montag Abend getötet wurde, sind derzeit völlig unklar. Die Polizei sucht jetzt Zeugen. Titelblatt Hamburger Morgenpost

Berlin - „Apotheker erschlagen, weil er Assad-Kritiker war?“ fragt die Bild-Zeitung heute. Die Hintergründe für den grausamen Mord am Hamburger Apotheker Mohamed Joune (48) sind derzeit völlig unklar.

Die Hamburger Polizei bittet Zeugen, die Hinweise zur Tat geben können oder Beobachtungen im Umfeld gemacht haben, sich zu melden. Im Hamburger Stadtteil Harburg kursieren verschiedenen Theorien darüber, warum der Apotheker sich Feinde geschaffen haben könnte.

Laut Recherchen der Bild-Zeitung war Joune ein syrischer Oppositionsaktivist. Er lebte seit vielen Jahren in Deutschland, engagierte sich als Vorsitzender der „Union der Syrer im Ausland“. „Auf Fotos hält er die syrische Oppositionsflagge“, schreibt Bild, „Vereinsziel ist, den Zusammenhalt der Syrer außerhalb Syriens zu unterstützen auf der Grundlage eines freien demokratischen Staates.“ Den Kindern Syriens eine bessere Zukunft zu bieten, war dem ermordeten Apotheker ebenfalls ein wichtiges Anliegen. Er hinterlässt eine Ehefrau und zwei kleine Töchter.

Die Rekonstruktion der letzten Stunden im Leben des Apothekers: Am Nachmittag besuchte ihn ein Bekannter im Büro seiner Apotheke in der Lüneburger Straße. Sie wollten die Details einer geplanten Demonstration zum Jahrestag der syrischen Revolution besprechen. Die Apotheke befindet sich in einer der Immobilien, die Joune in der Fußgängerzone des Hamburger Bezirkes Harburg besitzt. Auch der Verein „Union der Syrer im Ausland“ unterhält dort sein Büro. Vor diesem Haus wurde Joune Montag Abend schwer verletzt aufgefunden, wenig später starb er im Krankenhaus.

Nach dem Treffen mit seinem politischen Mitstreiter soll Joune einen Termin beim Zahnarzt gehabt haben, davon kehrte er abends in die Lüneburger Straße zurück. Dort begegnete er seinem Mörder.

Die Hamburger Morgenpost berichtet: „Mohamed J. wurde mit einer Axt erschlagen. Der Täter muss wie von Sinnen auf ihn eingeschlagen haben. Mehrfach wurde das Opfer dabei auch direkt ins Gesicht getroffen. Bei der Attacke verlor der 48-Jährige einen Finger.“

Die Hamburger Polizei ermittelt derzeit in alle Richtungen und hält es auch für möglich, dass es Ärger mit Obdachlosen gegeben haben kann, die in einem Haus, das dem Apotheker gehörte, gewohnt haben sollen. Möglich wäre, dass es zwischen Joune und einer dort übernachtenden Person zum Streit gekommen ist. In der Mopo beschreiben Nachbarn und Geschäftstreibende aus der Lüneburger Straße den ermordeten Mann als ruhig, höflich und immer hilfsbereit.