Apothekenkooperationen

Industrie unzufrieden: MVDA-Konditionen gekürzt Alexander Müller, 04.03.2019 10:11 Uhr

Der MVDA kürzt die Konditionen im Programm Leistung für Leistung. Foto: APOTHEKE ADHOC
Berlin - 

Der MVDA ist in erster Linie eine Einkaufsgemeinschaft. Zwar setzt sich die Kooperation auch für die politischen Belange der Apotheker ein, die Mitglieder profitieren aber vor allem von den ausgehandelten Konditionen beim Großhandel und der Industrie. Aber umsonst gibt es nichts auf der Welt: Weil die Industriepartner mit der Umsetzung der Aktionen nicht zufrieden waren, bekommen die Apotheker jetzt die Rabatte gekürzt.

„Leistung für Leistung“ heißt das Programm, bei dem die Apotheker beim MVDA-Partner Phoenix zusätzliche Rabatte generieren können. Zur Gegenleistung zählen die Datenweitergabe – selbstverständlich ohne Personenbezug – sowie die Abnahme bestimmter Warenpakete – Leistung für Leistung eben. Als zusätzliche Konditionen erhalten MVDA-Apotheker 1,15 Prozent.

Doch damit soll ab März Schluss sein. In einem Schreiben an die Apotheken weist Phoenix* darauf hin, dass die Kooperationspartner im Rahmen von „Leistung für Leistung“ (LfL) regelmäßig den Erfolg der Umsetzung entsprechender Aktionen überprüfen. „Umso wichtiger ist es daher, die Performance von LfL aktiv zu erhöhen. Nur so sind die Partner bereit, dies auch zukünftig wirtschaftlich besonders zu honorieren“, heißt es in dem Scheiben.

Und auf der anderen Seite macht sich Unzufriedenheit breit, wie Phoenix mitteilt: „Mit einigen Partnern konnte die angestrebte Umsetzung nicht erreicht und die damit verbundenen Top-Konditionen nicht mehr gewährt werden.“ Entsprechende Anpassungen seien unumgänglich. „Wir werden daher eine Modifizierung der P/S-Vergütungen zum März 2019 vornehmen.“

Aus den Reihen der MVDA-Mitglieder ist zu hören, dass die Kürzung durchaus empfindlich sei soll. Von 0,4 Prozentpunkten ist die Rede, an anderer Stelle von noch mehr. Eine Stellungnahme des MVDA liegt noch nicht vor, für gewöhnlich äußert sich die Kooperation aber auch nicht zu Konditionen.

Die Apotheker werden in dem Schreiben zum Schluss angehalten, sich mehr ins Zeug zu legen: Sie möchten bitte die Angebote „aktiv und nachhaltig“ umsetzen. „Nur so sichern Sie sich auch zukünftig die besonderen Vorteile des P/S-Sortiments.“ Im Übrigen seien aber die Konditionen auch nach der angekündigten Kürzung noch „hochattraktiv“ bei Bezug des P/S-Sortiments sowie weiterhin „eine lukrative Zusatzvergütung“, argumentiert Phoenix.

Der MVDA ist seit 1999 als Verein eingetragen, damals war der Zusammenschluss bereits zehn Jahre alt. Derzeit gibt es rund 2900 Mitglieder, von denen 950 als Linda-Apotheke auftreten. Neben Verträgen mit Herstellern gibt es Vereinbarungen mit den Großhändlern Phoenix/Hageda-Stumpf. Im Vorstand sind Gabriela Hame-Fischer und Holger Wicht (Präsidium) sowie Klaus Lieske, Dirk Vongehr und Dr. Sven Simons. Vorstände von Linda sind Volker Karg, Dr. Christian Beyer und Georg Rommerskirchen. Die Geschäftsstelle leitet Sebastian Kropp.

*In einer früheren Version des Beitrags hatte es geheißen, der MVDA habe die Schreiben verschickt. Korrekt ist, dass Phoenix die MVDA-Apotheken angeschrieben hat.