Schwangerschaft

Das erste Trimester: Von der Befruchtung bis zur Organentwicklung APOTHEKE ADHOC, 10.07.2019 13:42 Uhr

  • So groß wie ein Hühnerei: Zum Ende der 13. Schwangerschaftswoche macht der Kopf etwa die Hälfte der Gesamtgröße des Fötus aus. Foto: Science Photo Library / Kon, Kateryna

Berlin - Die 40 Schwangerschaftswochen (SSW) werden in drei Phasen à drei Monaten beziehungsweise 13 Wochen unterteilt. Im ersten Trimester wird der Grundstein für die weitere Entwicklung des Fötus gelegt: Alle lebenswichtigen Organe und Körperstrukturen werden angelegt und erste körperliche Veränderungen sind wahrzunehmen.

Woche 1 bis 3: Die SSW werden ab dem letzten Tag der vorausgegangenen Regelblutung berechnet. Das bedeutet, dass in der ersten und zweiten Woche eigentlich noch gar keine Schwangerschaft im eigentlichen Sinne besteht. Wurde die Eizelle nach dem Eisprung befruchtet und konnte sich in der vorbereiteten Gebärmutterschleimhaut einnisten, teilt sie sich nach etwa 30 Stunden zum ersten Mal. Von nun an findet die Zellteilung etwa alle 20 Stunden statt. Bei der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle wird bereits das Geschlecht des Kindes festgelegt: Die Samenzelle enthält ein X- oder ein Y-Chromosom, die Eizelle hingegen nur ein X-Chromosom. Je nachdem, welches Chromosom das befruchtende Spermium enthält, entsteht ein männlicher oder weiblicher Embryo.

Die Basaltemperatur bleibt nach der Befruchtung und Einnistung auf einem erhöhten Level und sinkt nicht wie gewöhnlich wieder ab. Durch die beginnenden Hormonveränderungen kann es zu vermehrtem Ausfluss oder Schmerzen im Unterleib kommen, die durch die Dehnung der Mutterbänder und das Wachstum der Gebärmutter verursacht werden.

Woche 4: Ab der vierten Woche zeigt der Schwangerschaftstest mit ziemlicher Sicherheit ein positives Ergebnis an, da es zu einem Anstieg des humanen Choriongonadotropins (hCG) kommt. In dieser Phase bilden sich auch die Plazenta, ein flaches, mit Blutgefäßen durchwobenes Organ, und der Dottersack: Beide versorgen den Embryo mit Nährstoffen. Außerdem bilden sich die Fruchtblase und das darin enthaltene Fruchtwasser, welches den Embryo umgibt. Die Schwangere verspürt eventuell schon erste Schwangerschaftsanzeichen, wie vermehrten Harndrang, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen oder die berühmte morgendliche Übelkeit. Oft kommt es nun statt der normalen Menstruationsblutung zu einer leichteren Schmierblutung, der Einnistungsblutung.

Woche 5 & 6: In der fünften SSW entwickeln sich bereits die Anlagen der inneren Organe. Auch das Neuralrohr fängt an, sich auszubilden: Es ist die Vorstufe des späteren Nervensystems, aus ihm entsteht das Gehirn mit dem Rückenmark. Während dieser Woche können sich bei der Schwangeren der Geschmacks- und Geruchssinn verändern, es kann zu Gelüsten nach Süßem oder Herzhaftem kommen, Schwindel kann auftreten. In der sechsten SSW bilden sich auch die ersten Organe des Kindes: Nieren und Leber formen sich, die Lungen sind bereits in Form von Einzelröhren vorhanden. Das sogenannte Herzrohr wächst heran und bildet vier Kammern.

Am Ende der sechsten Woche lässt sich deshalb auf dem Ultraschall schon ein Herzschlag erkennen. Zu hören ist er jedoch noch nicht. Außerdem bilden sich flossenähnliche Armknospen und Gewebefalten, welche später einmal das Kinn, die Wangen und der Kiefer sein werden. Der Augenbereich und die Nase formen sich und stehen gewölbt hervor. Der Embryo wächst stetig.

Woche 7 & 8: Zu diesem Zeitpunkt sind die lebenswichtigen Organe Herz, Lunge, Leber und Nieren bereits vollständig angelegt. Nun beginnt das Gehirn mit seiner Entwicklung, ebenso wie Knochen und Muskeln. Die oberen Gliedmaßen entwickeln sich dabei schneller als die unteren: Arme und Finger sind damit früher zu erkennen als Beine und Füße. Der Kopf des Embryos ist mittlerweile sehr gut ausgeprägt: Augen, Mund und Nase sind bereits in Ansätzen zu erkennen. Auch die Sinnesorgane sind schon ziemlich weit entwickelt und verknüpfen sich mit dem Gehirn: Eine erste Kommunikation zwischen Nervensystem und Muskeln kommt zustande, ebenso wie die Verbindungen zwischen den Riechzellen und den Augen zum Gehirn. Außerdem beginnt sich das Darmsystem zu entwickeln. Der Embryo hat nun etwa die Größe einer Himbeere.

Woche 11: Der Herzschlag wird nun hörbar und das Gehirn bildet zahlreiche neue Nervenbahnen. Die Lunge ist in der elften SSW schon komplett ausgebildet, jedoch wird das Kind weiterhin über die Nabelschnur und das Blut der Mutter mit Sauerstoff versorgt. In der Nabelschnur verlaufen drei Blutbahnen: Über eine dickere Vene fließt frisches, sauerstoffreiches Blut in die Blutbahnen des Fötus, über die zwei dünneren Arterien werden Abfallstoffe abtransportiert. Nun bilden sich auch die Genitalien aus. Bis das Geschlecht auf dem Ultraschall bestimmt werden kann, dauert es aber noch. Die Schwangere kann nun vermehrt unter Sodbrennen oder Verstopfung leiden.

Woche 12 & 13: Am Ende des ersten Trimesters lassen die meisten typischen Schwangerschaftsbeschwerden nach: Übelkeit und Bauchschmerzen gehen zurück. Der kritischste Abschnitt der Schwangerschaft ist überstanden. Damit sinkt auch das Risiko einer Fehlgeburt stark. Beim Fötus sind die Zahnleisten nun vollständig angelegt. Die Zehen und Finger sind getrennt und nicht mehr miteinander verbunden. Die inneren Organe des Kindes beginnen zu arbeiten: Die Leber schüttet Gallenflüssigkeit aus, die Bauchspeicheldrüse produziert Insulin und in den Nieren wird Urin gebildet. Der Dottersack wird nicht mehr gebraucht und bildet sich zurück. Zum Ende der 13. SSW macht der Kopf etwa die Hälfte der Gesamtgröße des Fötus aus. Die Geschlechtsorgane entwickeln sich weiter, das Geschlecht lässt sich zu diesem Zeitpunkt jedoch nur mit sehr viel Glück bestimmen. Von nun an wird das Geschlecht jedoch immer deutlicher zu erkennen sein. Am Ende des dritten Monats ist der Fötus etwa so groß wie ein Hühnerei.

In der Kinderwunschzeit sowie in allen Phasen der Schwangerschaft und Stillzeit wird die Substitution von Folsäure und anderen Vitaminen und Mineralstoffen empfohlen, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Nahrungsergänzungsmittel (NEM) wie die Produkte der Folio-Familie bieten eine angemessene Versorgung für Mutter und Kind. Die Einnahme von NEM sollte stets mit dem behandelnden Gynäkologen besprochen werden.