Pharmaskandal

Regierung stärkt Bayer bei Duogynon APOTHEKE ADHOC, 10.08.2010 13:32 Uhr

Berlin -

Nach der Klage eines behinderten Mannes gegen den Pharmakonzern Bayer Schering Pharma hat sich nun die Bundesregierung zum Risiko des Hormonpräparats Duogynon geäußert. In einer Reihe von Studien konnte demnach „kein wissenschaftlich überzeugender Beweis dafür erbracht werden, dass diese Hormongaben einen höheren Prozentsatz an Fehlbildungen bei Neugeborenen hervorrufen“, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine kleine Anfrage der Grünen.

Duogynon war seit den 1950er Jahren als Schwangerschaftstest und zur Behandlung von Menstruationsstörungen eingesetzt worden. Das Arzneimittel war als Injektionslösung (Estradiolbenzoat, Progesteron) und in Drageeform (Ethinylestradiol, Norethisteronacetat) auf dem Markt. Im Jahr 1980 verzichtete Schering auf die Zulassungen.

Die Grünen schreiben in ihrer Anfrage, dass es bereits in den 60er Jahren Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen hormonellen Schwangerschaftstest und Missbildungen des Zentralnervensystems gegeben habe. Schering habe dies jedoch stets bestritten und sei bis heute nicht bereit, die Geschädigten zu unterstützen.

Aufgrund von Einzelfallbeobachtungen in den 60er Jahren sei der Verdacht geäußert worden, dass hoch dosierte Hormongaben in der Frühschwangerschaft Fehlbildungen bei Neugeborenen hervorrufen, stellt die Bundesregierung in ihrer Antwort nun klar. Studien hätten allerdings keinen Beweis dafür erbracht.

Es sei nicht bekannt, wie viele Personen geschädigt worden sein könnten, weil ihre Mütter Duogynon genommen hätten. In der Nebenwirkungsdatenbank des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) lägen seit 1979 sechs Berichte über Verdachtsfälle von Fehlbildungen in Zusammenhang mit Duogynon vor. Allerdings waren die Hersteller auch erst seit dem Arzneimittelgesetz aus dem Jahr 1978 dazu verpflichtet, Risiken ihrer Produkte zu erfassen.

Im Fall Duogynon hatte auch die Berliner Staatsanwaltschaft gegen Schering ermittelt. Das Verfahren wurde allerdings 1980 eingestellt. Im Juni dieses Jahres hatte der Spiegel berichtet, dass sich ein 34-jähriger Mann aus Bayern seit seiner Geburt geschädigt sieht, weil seine Mutter Duogynon genommen hatte. Er hat den Konzern auf Schadenersatz verklagt.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Versandapotheken

Shop Apotheke verdoppelt Betriebsfläche»

Generikakonzerne

Stada: 580 km durch Frankfurt»

Sonnenschutz

UV-Sensor: La Roche-Posay kooperiert mit Apple»
Politik

ACAlert

Selbst die Apotheke wird grün»

Erstes Quartal 2019

Kassen mit Minus zu Jahresbeginn»

Notdienstpauschale

Neuer NNF-Rekord: 291,88 Euro»
Internationales

Versandapotheken

Zur Rose: Erwartungen bei Weitem übertroffen»

Schweiz

Triumph für Apothekerverband: 200.000 für Petition»

Cannabidiol

CBD-Eis: Kunden sollen an FDA schreiben»
Pharmazie

Forschungsprojekt

Fortbildung: Uni befragt Apotheker»

BfArM

Weitere Xarelto-Fälschungen aufgetaucht»

PD-L1-Inhibitoren

Tecentriq-Kombi wirkt auch bei Lebermetastasen»
Panorama

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Übergewicht führt schon bei Kindern zu Bluthochdruck»

Nachtdienstgedanken

„Meine Versandapotheke bringt mir das auch“»

Andere Namen –  Andere Berufe  

Kennen Sie Karl Lauterback?»
Apothekenpraxis

ApoCheck

Die Bio-Wohlfühl-Apotheke»

ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Ein unmoralisches Angebot»

Böhmermanns Globuli-Gospel

„Quatsch, Quatsch, Quatsch“»
PTA Live

Gesangswettbewerb

Revoice of Pharmacy: Bewerbungsfrist verlängert»

Stellenanzeige

Knurrige Chefin sucht PTA zum Streiten»

LABOR-Debatte

Reaktionen auf Taschentuch-Verbot: Was habt ihr erlebt?»
Erkältungs-Tipps

Kompetenz-Kolleg

Mission: Abenteuer Atmen»

Nicht gut bei Stimme

Beratungstipps bei Heiserkeit»

Husten durch Schnupfen?

Post-nasal-drip-Syndrom»
Magen-Darm & Co.

Ernährungsweisen

Mit FODMAP gegen Verdauungsprobleme»

Anatomie des Verdauungstraktes

Die Magenschleimhaut: Ein unterschätztes Gewebe»

Heilpflanzenporträt

Angelikawurzel: Die Pflanze des Erzengels Raphael»
Kinderwunsch & Stillzeit

Familienplanung

5 Tipps zum Kinderwunsch»

Schwangerschaftsvorsorge

Welche Untersuchungen sind notwendig?»

Allergie

Heuschnupfenmittel in der Schwangerschaft»