Flüchtlinge

„Deine Zeit als wohlhabender Apothekersohn ist vorbei“ Maria Hendrischke, 12.03.2016 09:49 Uhr



Vetye-Maler pendelt zwischen Südamerika und München. Sie arbeitet für Apotheker ohne Grenzen (AoG) in den Slums von Buenos Aires. Sie ist in Argentinien aufgewachsen und hat dort Pharmazie studiert. Mit 23 kam sie nach Deutschland und hat hier ihre Approbation erworben. Ihr Vater war 14 Jahre alt, als er im heutigen Serbien unter dem kommunistischen Regime von Josip Broz Tito in ein Arbeitslager deportiert wurde.

Schon Vetye-Malers Großvater hatte eine Apotheke geführt. „Die Leute im Ort hatten versucht, ihn zu schützen, als Titos Anhänger ihn loswerden wollten“, sagt sie. Irgendwann reichte das jedoch nicht mehr: Die Apothekerin vermutet, dass das vergleichbar hohe Einkommen ihres Großvaters der Grund war, weshalb die Kommunisten die ganze Familie einsperrten. Zugleich störten sie sich wohl daran, dass die Apothekerfamilie deutsch sprach, die Amtssprache der zerfallenen Monarchie Österreich-Ungarn.

Die Großeltern, ihr Vater und Onkel wurden in verschiedene Lager gebracht. Der Großvater starb in der Gefangenschaft, doch seine Frau konnte mit den beiden Söhnen entkommen. Über Rumänien und Ungarn flohen die drei bis nach Frankreich. Von dort setzten sie sich nach Argentinien ab.

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