Apotheke in Aktion

Apothekenbandagen für Box-Champion

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Berlin -

Nicht jede Apotheke kann sich rühmen, schon frühzeitig das Potenzial einer künftigen Box-Meisterin erkannt zu haben. Auch dank Unterstützung aus der Offizin darf sich eine Federgewichtlerin jetzt International Champion nennen. Eine andere Apotheke hat zwar keinen Boxchamp, ist dafür aber plastikfrei.

Champion mit Apothekentapes: Der World Boxing Council (WBC) gehört gemeinsam mit der World Boxing Association (WBA), der World Boxing Organization (WBO) und der International Boxing Federation (IBF) zu den vier großen Boxverbänden, deren Titel international anerkannt werden. Der „International Champion“ der WBC ist eine der höchsten Titel knapp unter dem Weltmeister. Seit Anfang Februar darf sich die Federgewichtlerin Sandra Atanassow aus Leipzig mit der Trophäe schmücken. In ihrer Heimatstadt schlug sie die Dominikanerin Liliana Martinez einstimmig nach Punktrichterurteil. „Das war ein Kampf auf Augenhöhe, sie wollte den Titel genauso gewinnen wie ich“, sagt Atanassow.

Sie ist bereits „Internationale Deutsche Meisterin" des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB). Seit 2015 ist die Federgewichtlerin und studierte Diplom-Ingenieurin für Medientechnik ungeschlagen. Sie hat acht ihrer neun Profikämpfe gewonnen, einer endete unentschieden. „Durch meinen beiden Titel, eröffnen sich jetzt völlig neue Chance auf attraktive Kämpfe.“ Schon jetzt könne sie sich vor neuen Anfragen kaum retten. Die Tapes und Bandagen dazu stiftet ihr die Lipsia-Apotheke. Apothekerin Anke Groitzsch und ihr Mann Kirjak sind begeisterte Boxfans. Sie unterstützen gerne Sportler aus der Region. „Die Zusammenarbeit mit den beiden ist echt super und cool“, findet die Meisterin.

Logisch, dass die Boxerin die Apotheke als Schauplatz des von Presse, Funk und Fernsehen besuchten obligatorischen Wiegens wählte. „Alle da, alle gesund, alle fit, alle im Limit“, so ihr Fazit, bevor sie dann am nächsten Abend den grünen Gürtel nach Leipzig holte.

Plastikfreie Apozukunft: Die Zukunft der Neuland-Apotheken aus Rostock sollte plastikfrei sein, beschloss Jürgen Bummert. „Plastiktüten sind nicht mehr zeitgemäß und auch wir wollen die Umwelt schonen“, so der Besitzer. Doch wohin mit den vielen bereits bestellten Plastiktüten? Einfach wegwerfen? Der Pharmazeut hat sich etwas Besseres einfallen lassen und das Ganze dann noch mit einer gemeinnützigen Aktion verbunden: Für jede Kunststofftüte wurde in den Apotheken ein kleiner Obolus berechnet, der in die Spendenkasse floss.

Weil bei der ersten Runde im Oktober 2016 noch viele Tüten übrig geblieben sind, wurde die Aktion nun weitergeführt. Diesmal kamen sogar 1600 Euro an Spenden zusammen, die wieder der Rostocker Hilfsaktion „Benefizz for Kidz“ und dem Verein Känguruh e. V. zu Gute kamen. Der Verein kümmert sich um Frühgeborene und deren Familien. In Zusammenarbeit mit Ärzten, Therapeuten, Frühförderstellen, Ämtern und anderen Vereinen bekommen die Eltern jede erdenkliche Unterstützung und Hilfe.

Die erste Runde der Aktion wurde von den Neuland-Apotheken bereits im Oktober 2016 veranstaltet. Innerhalb kürzester Zeit kam ein Betrag von 1250 Euro zusammen. Die Neuland-Apotheke rundeten den Betrag damals auf 1500 Euro auf. Bummert betonte, er sei stolz auf seine Kunden, die sich so spendabel an der Aktion beteiligt hätten. „Wir werden uns auch in Zukunft für Bedürftige aus unserer Region stark machen, denn als waschechte Rostocker halten wir zusammen.“ Die Neuland- Apotheken sind seit Oktober 1993 mit der Südstadt-Center-Apotheke in Rostock vertreten. 2004 erweiterten die Greif- und die Steintor-Apotheke den Filialverbund, der ab August 2005 elf Jahre lang bis Ende 2016 unter der Dachmarke HRO-Apotheken Rostock stand.

Apo-Taler für Inklusion: „2000 Mal Danke“, sagt die Offene Behindertenarbeit Oberfranken (OBO) der Coburger Apotheke im Reichsgraf und ihren Kunden. Im Laufe des vergangenen Jahre konten die Kunden ihren Apo-Taler im Wert von jeweils 50 Cent für einen guten Zweck stiften. Nach Aufrundung durch das Team kam ein stolzer Betrag von 2000 Euro für den Förderverein der von der Diakonie getragenen Initiative. „Damit können wir viel unternehmen!“

Zum Beispiel weiter die Inklusion vorantreiben und Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung ermöglichen. Dazu lädt der Träger zu Offenen Treffs, Tagesausflügen in die Region und zu Urlaubsfreizeiten ein. So soll es an Pfingsten für Menschen mit geistiger Behinderung nach Südtirol, für Menschen mit körperlicher Behinderung nach Fulda gehen. Sommerurlaube in Plau am See oder in der Rhön finden sich ebenfalls im Angebot.

2000 Euro für ein Schutzhaus: In Zwiesel taten sich die Arberland-Apotheke und die Angerpraxis zusammen, um mit jeweils 1000 Euro einem Projekt in höchster Höhe unter die Arme zu greifen. Auf 1315 Meter Höhe soll das Schutzhaus Falkenstein auf dem gleichnamigen Berg im Bayerischen Wald neu gebaut werden – streng ökologisch und energieeffizient, wie es sich in den heutigen Zeiten geziemt. Bergwanderer und -steiger können dann künftig hier einkehren und auch übernachten, um am nächsten Tag gestärkt und ausgeruht ihre Tour fortzusetzen. Der Förderverein hat bereits 28.815 Euro gesammelt, 100.000 Euro ist die Zielmarke.

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