Infektionskrankheiten

Zahl der Todesopfer durch Masern deutlich gestiegen dpa/APOTHEKE ADHOC, 08.12.2019 14:08 Uhr

Berlin - Maserninfektionen breiten sich vielerorts wieder gefährlich aus: Vor allem in Afrika infizieren sich viele Menschen mit der hochansteckenden Krankheit. Die Zahl der Todesfälle steigt, eine Besserung ist laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) derzeit nicht in Sicht.
 

Nach großen Erfolgen bei der Bekämpfung der Masern breiten sie sich derzeit wieder weltweit aus. Rund 140.000 Menschen
sind nach Schätzungen der WHO im vergangenen Jahr an der hochansteckenden Krankheit gestorben, zumeist Kinder unter fünf Jahren. Die Zahl der Todesopfer ist im Langzeit-Vergleich zwar gesunken, im Jahr 2000 erlagen noch mehr als 535.000 Menschen der Krankheit. Seit Kurzem steigen die Zahlen jedoch wieder: So gab es 2018 den WHO-Schätzungen zufolge rund 16.000 Masern-Tote mehr als 2017. Vor allem im Kongo verbreiten sich die Masern vielerorts. Ein Grund ist laut der WHO eine zu niedrige Impfrate. Experten beklagen unter anderem Lücken in der Versorgung mit den Impfstoffen.

Ähnlich wie die Todeszahlen veränderten sich zuletzt auch die geschätzten Infektionen, die nach einem drastischen Rückgang
ebenfalls wieder angestiegen sind. Nach WHO-Schätzungen gab es 2018 knapp 9,8 Millionen Masernfälle, im Jahr davor fast 7,6 Millionen. Zu den Masernsymptomen zählen ein Ausschlag der Mundschleimhaut und die charakteristischen bräunlich-rosafarbenen Hautflecken. Die Infektion schwächt vorübergehend das Immunsystem, so dass es leichter zu Mittelohrentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung oder Durchfall kommt. Eine besonders gefürchtete Folge sind bestimmte Hirnentzündungen, die tödlich enden können. Da in vielen Ländern keine Meldepflicht besteht, wird laut WHO nur ein Bruchteil der Masernfälle bekannt. Die weitaus meisten Ansteckungen wurden 2019 bis Mitte November aus dem Kongo gemeldet. Die Behörden gehen davon aus, dass allein dort mehr als 5000 Menschen an Masern gestorben sind – weit mehr als beim Ebola-Ausbruch seit Sommer 2018 mit rund 2200 Toten bislang.

In Europa kam es in der Ukraine zu einem großen Ausbruch mit fast 57.000 gemeldeten Fällen – auch in Liberia, Madagaskar und Somalia gibt es große Probleme mit den Masern. Auf diese fünf Staaten entfällt letztlich fast die Hälfte aller gemeldeten Masern-Fälle. Auch in den USA – die einst als masernfrei galten – ist die Tendenz wieder steigend, das Land verzeichnete so viele Fälle wie seit 25 Jahren nicht mehr. Erst in der vergangenen Woche sind zudem im polynesischen Inselstaat Samoa mindestens 53 Menschen bei einem Masernausbruch gestorben. „Die Gesundheitssysteme sind in manchen Ländern sehr geschwächt. Da gibt es dann oft Lücken in der Versorgungskette, insbesondere beim Masern-Impfstoff“, sagte Marcus Bachmann, für die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ zuletzt mehrmals Einsatzleiter im Kongo, der Deutschen Presse-Agentur. Der Masern-Impfstoff müsse bis zur Verabreichung permanent gekühlt werden, auch das sei in vielen Ländern eine große Herausforderung.

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