Arzneimittelsucht

Apothekerin schreibt Ratgeber für Eltern APOTHEKE ADHOC, 06.09.2018 14:48 Uhr

Berlin - Die Opioidkrise in Nordamerika ist längst in den Familien angekommen. Aufgewühlt durch betroffene Jugendliche im eigenen Umfeld hat eine kanadische Apothekerin Tipps aufgeschrieben, wie Eltern und Jugendliche verantwortungsvoll mit den stark wirksamen Schmerzmitteln umgehen können.

„Am Valentinstag rief mich mein Mann auf der Arbeit an und bat mich, sofort nach Hause zu kommen“, erzählt Shelita Dattani aus Kanata, einem Vorort der kanadischen Hauptstadt, auf dem Portal „Ottawa Citizen“. Die Apothekerin ist Mutter zweier Teenager. „Eine Mitschülerin meiner Tochter aus demselben Highschooljahrgang war an einer offensichtlichen Drogenüberdosis gestorben. Ein paar Tage später schrieb ein anderer Vater aus unserer Stadt in einem offenen Brief über die Drogenabhängigkeit seiner Tochter.“

Als Apothekerin habe sie sich immer um eine sichere und effektive Verschreibung und Abgabe von Opioiden gesorgt, sagt Dattani. „In diesem Monat landete der Horror der Opioidkrise in unserem Hinterhof. Ich habe mit mir gerungen, wie ich damit umgehen sollte.“ Wie viele Familien aus dem Ort hätten auch sie über die Ereignisse am Abendbrottisch gesprochen. „Manchmal ist es schwer, Teenager dazu zu bringen, sich zu öffnen.“ Doch manche Dinge müssten unbedingt angesprochen werden.

Wer Medikamente aus ungeklärten Quelle kaufe oder annehme, spiele Russisch Roulette mit seinem Leben. „Es gibt keine Möglichkeit herauszufinden, was in ihnen steckt und welche Wirkstoffmenge sie enthalten“, so die Apothekerin. „Die möglichen Schwankungen in der Dosierung sind enorm und extrem gefährlich.“ Nicht immer entpuppten sich die Medikamente als das, was sie zu sein scheinen. „Du glaubst, ein bestimmtes Schmerzmittel gekauft zu haben, das du letztes Jahr gegen deine Hockeyverletzung verschrieben bekommen hast. Aber in Wirklichkeit könnte es mit Fentanyl gestreckt sein.“ Dattanis dringender Rat: „Nehmt nur Medikamente ein, die euch von medizinischen Fachkräften verschrieben und verabreicht worden sind.“

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