Bayer

Glyphosat-Streit für 10 Milliarden beilegen dpa, 24.01.2020 11:50 Uhr

New York - Die Schlagzahl bei den Spekulationen über eine baldige Einigung des Bayer-Konzerns im US-Glyphosatstreit wird höher: So berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit den Vergleichsverhandlungen vertraute Personen, dass Anwälte einiger Kläger mit Bayer über einen Vergleich gegen die Zahlung von insgesamt 10 Milliarden US-Dollar (ca. 9 Milliarden Euro) verhandelten.

Erst in der vergangenen Woche hatte der in dem Rechtskonflikt um angebliche Krebsgefahren von Unkrautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat vermittelnde Mediator Ken Feinberg sich „verhalten optimistisch” gezeigt, dass innerhalb etwa eines Monats eine Einigung erzielt werden könnte. Der Bayer-Aktienkurs legte heute deutlich zu.

In einigen Diskussionen hätten Bayer-Anwälte gesagt, das Unternehmen werde acht Milliarden Dollar für die Lösung der aktuellen Fälle beiseite legen und zwei Milliarden für künftige Klagen reservieren, hieß es weiter bei Bloomberg. Den Kreisen zufolge stehe die Summe aber noch nicht fest und könne sich im Zuge der Gespräche ändern. Ein Bayer-Sprecher wollte sich nicht zu dem genannten Volumen äußern. Er betonte gegenüber der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX aber, dass die Mediation „gewissenhaft und zielorientiert” fortgesetzt werde. Einen Zeitplan gebe es dabei ebenso wenig wie die Gewissheit für ein Gelingen.

Die Aktionäre von Bayer verteilten dennoch schon einmal ein paar Vorschusslorbeeren. Der Aktienkurs stieg am Freitagvormittag als einer der stärksten Dax -Werte um mehr als drei Prozent auf 76,49 Euro. Damit setzten die Papiere ihre Erholung der vergangenen Monate fort, nachdem sie im Juni 2019 im Sog der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten auf ein Mehrjahrestief von rund 52 Euro gefallen waren.

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