Sekundärinfektionen

Risiko Superinfektion APOTHEKE ADHOC, 28.03.2019 14:32 Uhr

Berlin - Erkältungen werden von Viren ausgelöst und sind in der Regel harmlos: Nach etwa sieben bis zehn Tagen verschwinden die Symptome von selbst wieder. Meist bleiben keine Folgeschäden zurück. Anders sieht es aus, wenn der Körper durch die Erkältung geschwächt ist und sich zusätzlich Bakterien ausbreiten. Dann können gefährliche Superinfektionen drohen.

Durch die Virusinfektion ist die Abwehr des Körpers herabgesetzt. Die Schleimhäute und Atemwege sind bereits gereizt und können ihre Schutzfunktion nicht mehr ordnungsgemäß erfüllen. Außerdem hat das Immunsystem alle Hände voll zu tun, um die Viren abzuwehren. Nun haben Bakterien leichtes Spiel. Häufig sind diese schon im Körper vorhanden, allerdings führen sie bei einem intakten Immunsystem nicht zu Beschwerden. Sie können jedoch auch von außerhalb erworben werden. Ist nun das Immunsystem geschwächt, breiten sich die Bakterien aus.

Die Beschwerden der Erkältung können sich dann plötzlich verschlechtern oder länger andauern. Häufig kommt auch Fieber hinzu, welches für eine einfache Erkältung untypisch ist. Der Auswurf kann eitrig werden und es entsteht ein starkes Krankheitsgefühl. Bei der „echten“ Grippe ist das Risiko einer Superinfektion mit Bakterien noch höher als bei einer einfachen Erkältung. Es gibt einige Beispiele für typische Sekundärinfektionen: Oft folgt beispielsweise eine Lungenentzündung auf eine starke Bronchitis. Es können aber auch Mittelohrentzündungen oder Mandelentzündungen in Folge einer Erkältung auftreten. Im schlimmsten Fall drohen gefährliche Herzmuskel- oder Hirnhautentzündungen, die unbehandelt schwere Folgen haben.

Um einer Superinfektion vorzubeugen, sollten Erkältete sich daher unbedingt schonen und den Infekt auskurieren. Vor allem ältere Patienten und chronisch Kranke sind gefährdet. Bei einer plötzichen Verschlechterung und dem Verdacht sollte deshalb schnell ein Arzt aufgesucht werden. Eine Superinfektion kann mithilfe eines Abstriches oder einer Blutuntersuchung festgestellt werden. Bestimmte Entzündungswerte zeigen an, ob eine bakterielle Entzündung vorliegt. Diese wird dann mit einem Antibiotikum behandelt.

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