Social Media

So bekommen Apotheken Facebook-Fans Maria Hendrischke, 17.06.2016 10:25 Uhr

Berlin - Inma Riu ist Apothekerin aus Spanien und hat sich auf den Einsatz von sozialen Medien im Apothekenumfeld spezialisiert. Sie arbeitet als Unternehmensberaterin und bietet Weiterbildungen für Kollegen an. Im Interview mit APOTHEKE ADHOC erklärt sie, warum Apotheker keine Angst vor Facebook & Co. haben sollten und wie sie die Kanäle professionell nutzen können.

ADHOC: Haben Apotheker Angst vor sozialen Medien?
RIU: Bedenken höre ich in meinen Seminaren immer wieder. Manche Apotheker machen sich Sorgen, dass in den Netzwerken schlecht über sie gesprochen wird und sie es nicht mitbekommen. Andere befürchten, dass sie bei Facebook falsch auftreten könnten und sich damit blamieren. Oder sie sind frustriert, wenn sie ihre Seite aufgesetzt haben, aber keine Likes bekommen. Ich beobachte, dass Apotheken und Pharmaunternehmen oft mit Gewinnspielen oder Rabatten Follower sammeln wollen. Aber das reicht nicht aus; es ist nicht nachhaltig. ADHOC: Was wäre denn ein besserer Weg?
RIU: Für einen wirklich erfolgreichen Social-Media-Auftritt brauche ich zunächst etwas, das ich „Basecamp“ nenne. Das kann beispielsweise ein Blog sein oder eine Webseite. Im Basecamp stelle ich Inhalte bereit, die Kunden interessieren und von mir als Apotheker erwarten könnten. Dazu gehören etwa Informationen zu bestimmten Krankheiten oder Einschätzungen zu neuen Apothekenprodukten. Mit Auftritten in sozialen Medien kann ich auf diese Inhalte aufmerksam machen, denn genau auf diesen Plattformen tummeln sich meine Kunden. Dort können Apotheker sie in ihr Basecamp holen, sich zeitgleich als Gesundheitsexperten etablieren und für ihre Apotheke werben. Soziale Medien sind also eine Art Mikrophon: Sie verstärken die Aufmerksamkeit für meine „Marke“, also meine Produkte oder meinen Service. Aber dazu muss ich wissen, was meine Kunden wollen.
ADHOC: Woher weiß ich denn, was Kunden interessiert?
RIU: Oft kommt bei Apothekern die Frage auf: „Worüber soll ich denn bloggen?“ Dabei kennen sie genug Inhalte, die Nutzer interessieren: Schließlich beantworten sie in der Apotheke täglich Fragen ihrer Kunden. Das könnten sie auch online mit einem Blog machen. Es hilft außerdem, sich häufige Suchanfragen über „Google Trends“ anzusehen. Es ist teils erstaunlich, was Nutzer im Themenfeld Gesundheit wissen wollen. In Spanien war im vergangenen Jahr eine der meistgesuchten Fragen: „Was ist der Unterschied zwischen Paracetamol und Ibuprofen?“ Auch Tipps zu aktuellen Gesundheitsthemen, etwa zum Zika-Virus, kommen gut an. Nicht zuletzt bekommen Fotos von Menschen immer Aufmerksamkeit: Stellen Sie Ihr Team vor oder machen Sie bei Apothekenaktionen Fotos.

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