Kardiologen warnen

Kalium und Magnesium: Augen auf bei der Abgabe APOTHEKE ADHOC, 19.12.2018 14:28 Uhr

Berlin - Kalium und Magnesium sind unentbehrlich für die normale Herzfunktion und werden bei einem Mangel in der Regel oral zugeführt. Doch je nach Vorerkrankung kann sich eine zusätzliche Einnahme in Form von Nahrungsergänzungs- oder OTC-Arzneimitteln negativ auf den Elektrolythaushalt auswirken und nicht bei jedem Patienten ist ein Einsatz dieser Ionen sinnvoll. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt daher die Verwendung nur bei einem ärztlich festgestellten Mangel, da gesundheitliche Schäden nicht ausgeschlossen werden können. Für PTA und Apotheker bedeutet das, dass sie Wünsche von Apothekenkunden in diesem Zusammenhang kritisch hinterfragen sollten.

Kalium und Magnesium stabilisieren die Herzzellen elektrisch, wenn die Konzentration dieser Ionen im Normbereich liegt. Ein Mangel an diesen Elektrolyten kann zu Vorhofflimmern und anderen Herzrhythmusstörungen führen und erfordert in diesem Fall eine orale Zufuhr. „Im schlimmsten Fall kann extremer Magnesiummangel das lebensbedrohliche Kammerflimmern begünstigen“, sagt Herzspezialist Professor Dr. Andreas Götte vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.

Der Experte rät, dass besonders Patienten mit Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche, Nierenerkrankungen und bestimmten Herz- und Bluthochdruckmedikamenten regelmäßig die Blutwerte kontrollieren lassen sollten, um sich vor möglichen Komplikationen zu schützen. Beispielsweise könne Kammerflimmern – eine lebensbedrohliche Rhythmusstörung – die Folge sein. Im Rahmen der pharmazeutischen Beratung scheint es daher sinnvoll zu sein, bei den betroffenen Patienten nachzufragen und sie auf die Bedeutung dieser Untersuchungen aufmerksam zu machen.

Zu den Symptomen eines Kaliummangels gehören erhöhte Müdigkeit, Muskelschwäche und Verstopfung; Muskelzittern, Muskelschwäche und Muskelkrämpfe können Anzeichen für einen Magnesiummangel sein. Ein Elektrolytmangel kann dabei mehrere Ursachen haben, dazu zählen unter anderem Nierenfunktionsstörungen, Durchfallerkrankungen sowie ein übermäßiger Gebrauch von Abführmitteln. „Dies kann bei Patienten beispielsweise mit Herzschwäche, die wassertreibende Diuretika einnehmen, den Verlust an Elektrolyten beschleunigen“, so Götte. Aber auch krankheitsbedingt können die Werte sinken, beispielsweise aufgrund von Diabetes und Gallenwegserkrankungen.

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