Änderung des Lebensstils

Diabetes: Bewegung ersetzt Arzneimittel Alexandra Negt, 23.01.2020 09:21 Uhr

Berlin - Wissenschaftler des AKH Wien (Allgemeines Krankenhaus) und der MedUni Wien kommen zu dem Schluss, dass die Änderung des Lebensstils eine signifikante Auswirkung auf einen vorliegenden Diabetes hat. Sie konnten bei knapp 1000 untersuchten Patienten zeigen, dass nach einer Ernährungsumstellung und einer Bewegungssteigerung auf orale Antidiabetika weitestgehend verzichtet werden konnte. Auch der tägliche Bedarf an Insulin ging binnen drei Wochen zurück.

Bei angepasster Ernährung und Aktivität können ergänzende Antidiabetika oft weggelassen werden, belegen die Experten aus Österreich. Der Einsatz von oralen Antidiabetika könnte durch eine ganzheitliche Therapie minimiert werden. Im Fokus steht Bewegung: Durch einen aktiveren Lebesstil und Sport kann das Körpergewicht reduziert werden – der Blutzuckerspiegel wird stabiler.

Die Forscher untersuchten 930 Patienten eines Diabetes-Rehabilitationszentrums bei der Aufnahme und vor ihrer Entlassung. Der Aufenthalt in der Einrichtung dauerte drei Wochen. In dieser Zeit wurde den Diabetikern ein modifizierter Lebensstil nähergebracht: Die Mahlzeiten waren reich an Gemüse und Obst. Die Gesamtkalorienanzahl betrug 1200 bis 1600 kcal je Tag. Zusätzlich wurden die Teilnehmer aufgefordert aktiv zu sein: Durch Sport wurden jeden Tag 400 bis 600 kcal verbrannt.

Die Änderung der Lebensgewohnheiten führte dazu, dass die PatientInnen bei ihrer Entlassung – mit Ausnahme von Metformin und DPP4-Hemmern – auf zusätzlich eingenommene Antidiabetika verzichten konnten. Die täglich benötigte Insulindosis konnte durchschnittlich um 39 Prozent reduziert werden. „Diese Befunde legen nahe, dass eine Umstellung des Lebensstils der Verschreibung einer Vielzahl zusätzlicher Antidiabetika vorzuziehen ist und sogar überlegen sein dürfte. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass das Problem des Typ-2-Diabetes-mellitus ohne eine Lebensstiländerung nicht bei der Wurzel gepackt und deshalb nicht gelöst werden kann“, erklärt der Studienleiter Werner Waldhäusl.

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