„Kaum Angebot am Markt“

Fresenius legt große Übernahmen auf Eis dpa, 17.05.2019 08:03 Uhr

Berlin - Der Medizinkonzern Fresenius erwartet vorerst keine größeren Übernahmen. Nach dem geplatzten Milliardenzukauf des US-Herstellers Akorn 2018 sieht CEO Stephan Sturm aktuell wenig Gelegenheiten für einen ähnlich großen Deal. „Dies liegt aber nicht an unserer Bereitschaft, sondern am Angebot.“

Denn nach der abgesagten Übernahme von Akorn gebe es auf dem Markt derzeit kaum passende Anbieter, sagte Sturm vor der Hauptversammlung von Fresenius an diesem Freitag in Frankfurt. „Wir werden deshalb eher einzelne Medikamente oder kleinere Portfolios erwerben.“ Ausschließen wolle er größere Übernahmen aber nicht, betonte Sturm.

Der Dax-Konzern, der Privatkliniken betreibt, Infusionen verkauft und Dialysezentren betreibt, ist in den vergangenen Jahren stark auch über große Übernahmen gewachsen. So kaufte Fresenius 2017 die spanische Klinikkette Quirónsalud für gut 5,7 Milliarden Euro sowie das Biosimilar-Portfolio von Merck aus Darmstadt. Jüngst schloss Fresenius die 1,7 Milliarden Euro schwere Übernahme des US-Medizintechnikkonzern NxStage ab, um vom Trend zur Heimdialyse bei Nierenpatienten zu profitieren.

Der 4,4 Milliarden Euro schwere Akorn-Deal aber hatte Fresenius 2018 in Turbulenzen gestürzt. Bei den Amerikanern kamen manipulierte Medikamententests ans Licht; Fresenius konnte die Übernahme vor Gericht abwenden. Obendrein liefen die Geschäfte in Kliniken und mit Nierenpatienten nicht mehr rund. Sturm musste 2018 binnen weniger Monate zweimal die Gewinnziele korrigieren – die Fresenius-Aktie brach in der Spitze um mehr als 40 Prozent ein.

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