Walgreens/Celesio

Das große Apothekenschließen Patrick Hollstein, 27.10.2017 12:31 Uhr

Berlin - Normalerweise kennen Kettenkonzerne nur eine Maxime: Wachsen, was das Zeug hält. Doch aktuell müssen Walgreens Boots Alliance (WBA) und McKesson ihre Erwartungen zurückschrauben. Hunderte Filialen werden in den kommenden Monaten in den USA und Großbritannien aus Gründen der Profitabilität geschlossen.

Die Celesio-Geschichte ist schnell erzählt: Wegen der Sparmaßnahmen der Regierung und des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS in den vergangenen zwei Jahren sei das Geschäft nicht mehr profitabel, so Landeschef Cormac Tobin. 190 der rund 1500 Lloyds-Filialen in England werden daher jetzt verkauft oder geschlossen. Insgesamt hatte Celesio zuletzt knapp 1900 Apotheken in Großbritannien.

Bei Walgreens ist das Problem hausgemacht. Eigentlich wollte Konzernchef Stefano Pessina zum „Apothekenkönig“ in den USA aufsteigen: Für 9,4 Milliarden US-Dollar wollte er den Konkurrenten Rite Aid mit 4600 Filialen übernehmen. Wäre der Deal durchgegangen, hätten rund 12.900 Filialen zum Konzern gehört – jede fünfte Apotheke in den USA wäre seinem Imperium zuzurechnen gewesen.

Doch der Deal ging nicht durch. Nach zweijähriger Prüfung war im Frühjahr noch keine Zustimmung der Wettbewerbsbehörde FTC in Sicht. Dabei hätten Walgreens und Rite Aid sogar 865 Filialen an den Mitbewerber Fred's abgegeben.

So stutzte Pessina seine Pläne auf knapp 2200 Geschäfte und 5,2 Milliarden Dollar. Am Ende wurden es 1932 Apotheken für knapp 4,4 Milliarden Dollar.

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