Alliance Boots

Prinzip Pessina Patrick Hollstein, 23.06.2012 08:01 Uhr

Berlin - Wenige Konzerne verraten in ihrem Namen soviel über sich wie Alliance Boots. Einerseits steht die Doppelmarke für das duale Geschäftsmodell: Alliance für Großhandel, Boots für Apothekenkette. Andererseits spiegelt der Name die Geschichte wieder – und die Strategie, mit der der Konzern das wurde, was er heute ist. Vermutlich hatte Firmenchef Stefano Pessina schon in den 1970er Jahren eine klare Vorstellung davon, wie man zum „König der Arzneimittel“ wird: Allianzen sollten in den nächsten drei Jahrzehnten zum Schlüssel für den Erfolg des Italieners werden. Nur auf dem Papier gab er dabei immer mehr Kontrolle ab – die Macht behielt er. Auch beim ersten globalen Apothekenkonzern könnte Pessina die Schlüsselfigur werden.

Erst umarmen, dann einverleiben – nach diesem Motto brachte es Pessina vom lokalen Großhändler zum europäischen Marktführer. Vier Jahre lang hatte er in der Großhandlung seines Vaters in Neapel gearbeitet, als er mit Wettbewerbern 1977 die „Alleanza Farmaceutica“ gründete.

Allianz wurde zum Synonym für Übernahme: Als Pessina das durch Zukäufe gewachsene Unternehmen 1991 mit französischen Großhändlern zu „Alliance Santé“ fusionierte, gehörte er bereits zu den Marktführern.

1998 folgte die Fusion mit der britischen UniChem, die eigene Apotheken in das Gemeinschaftsunternehmen mitbrachte. An „Alliance UniChem“ hielt Pessina 30 Prozent der Anteile.

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