Pharmahandelskonzerne

Pessina: Erst Großhandel, dann Apothekenkette Patrick Hollstein, 18.04.2015 09:06 Uhr

Berlin - Drei Monate nach dem Start hat Stefano Pessina bei Walgreens Boots Alliance (WBA) die Fäden fest in der Hand. Der Vorstand ist mit Gefolgsleuten besetzt, jetzt wird saniert, gespart und umstrukturiert. Vor allem das US-Geschäft soll nach europäischem Vorbild umgebaut und auf Ertrag getrimmt werden. Außerdem soll der Großhandel weltweit den Einstieg ins Apothekengeschäft ermöglichen.

Schon früh war klar, dass Boots nicht nur von Walgreens lernen sollte. Frischer Wind sollte vor allem in das über das Jahre angestaubte Kettenkonzept der Amerikaner kommen. Schon im Herbst 2013 wurde der langjährige Boots-Chef Alex Gourlay nach Deerfield bei Chicago geschickt, um den rund 8300 Filialen ein neues Profil und neuen Glanz zu verschaffen. Seitdem wird Walgreens nach dem Vorbild von Boots neu ausgerichtet.

Wie überall im Konzern gibt es eine klare Fokussierung auf Ertrag und Kostensenkung. Außerdem soll mehr Platz für margenstarke Sortimente und Marken aus dem eigenen Konzernverbund geschaffen werden. Boots erwirtschaftet rund 50 Prozent des Ertrags mit Freiwahlprodukten, insbesondere Kosmetika. Bei Walgreens sind es nur 37 Prozent.

Für Pessina ist die Fokussierung auf Health & Beauty auch eine Chance, hauseigene Marken wie No. 7, Soltan oder die Generikalinie Almus nach vorne zu bringen und seine Fabriken in Nottingham oder im hessischen Dietzenbach besser auszulasten. Die Boots-Tochter BCM ist einer der größten Lohnhersteller für Kosmetik weltweit, zuletzt war das Geschäft aber rückläufig gewes

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