Fachkräftemangel

Arbeitsamt: Auf Apothekersuche im Ausland Tobias Lau, 20.03.2019 10:06 Uhr

Berlin - Überall werden Apotheker gesucht, als Angestellte genauso wie als zukünftige Inhaber. Gleichzeitig warten Pharmazeuten darauf, endlich eine Stelle zu bekommen. Ihre einzige Schwäche: Sie müssen ihr Deutsch noch aufpolieren. Denn das Arbeitsamt hat sie nach Deutschland geholt, sie kommen aus Spanien, Portugal und Italien. Seit 2016 führt die Behörde ein Programm zur Rekrutierung ausländischer Apotheker für den deutschen Markt durch. Und die Nachfrage wächst.

Über ein Dutzend Apotheker sind derzeit in der Warteschlange für einen Praktikumsplatz, allesamt aus Südeuropa. Denn während hierzulande vor allem auf dem Land Fachkräftemangel herrscht, wird beispielsweise in Italien über Bedarf ausgebildet – viele junge Pharmazeuten sind hochqualifiziert, aber arbeitslos. Und die, die eine Stelle haben, arbeiten oft unter prekären Bedingungen. Was Unternehmer wie der Leipziger Mohammed Behairy bereits als Erwerbsmodell für sich entdeckt haben, betreibt auch der Staat mittlerweile hoch offiziell. So bietet die Bundesagentur für Arbeit seit 2011 die sogenannte Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV).

„Wir sind sozusagen der internationale Arm der Bundesagentur für Arbeit“, erklärt ein ZAV-Sprecher. Allein 2018 habe die Behörde so über 2200 Fachkräfte aus dem Ausland zu einer ausbildungsadäquaten Tätigkeit in Deutschland verholfen. „Das bedeutet ein Plus von knapp 30 Prozent gegenüber den Ergebnissen von 2017“, so Manfred Jäger, Vorsitzender der Geschäftsführung der ZAV.

Die Aufgabe: Im Ausland Fachkräfte finden und nach Deutschland bringen – möglichst ohne dabei Experten abzuwerben, die eigentlich in ihren Heimatländern gebraucht werden. Deshalb legt die ZAV großen Wert darauf, sich mit den entsprechenden Behörden vor Ort zu koordinieren. So sei auch die Kooperation mit Italien auf Anfrage von dort zustande gekommen. „2016 sind unsere Kollegen von der italienischen Arbeitsverwaltung in Mailand an uns herangetreten und haben uns darauf hingewiesen, dass es in ihrem Einzugsgebiet sehr viele Apotheker gibt, die auf Arbeitssuche sind.“ So wurde eine Auftaktveranstaltung in Mailand auf die Beine gestellt, bei der das Bewerberfeld sondiert wurde. „Es gab da ein sehr großes Interesse, aber es hat sich auch gezeigt, dass die meisten kein Deutsch können“, erklärt der Sprecher. „Das war der größte Hemmschuh.“ Doch für die Anerkennung der Approbation aus dem Ausland müssen Pharmazeuten mindestens das Sprachniveau C1 nach dem europäischen Referenzrahmen nachweisen können – das zweithöchste. Also stellte die ZAV Sprachkurse auf die Beine.

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