Magen-Darm-Erkrankungen

Reizdarm: Leitlinie empfiehlt Phyto APOTHEKE ADHOC, 03.04.2019 13:49 Uhr

Berlin - Bauchschmerzen, Krämpfe, Blähungen und Unwohlsein sind nur einige Symptome, die mit einem Reizdarmsyndrom (RDS) in Verbindung stehen und die Lebensqualität beeinträchtigen. In der westlichen Welt sind bis zu 25 Prozent der Menschen betroffen, wobei Frauen häufiger erkranken. In den vergangenen Jahren sind immer mehr Präparate für die Selbstmedikation auf den Markt gekommen. Doch nur wenige haben es in die S3-Leitlinie RDS der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheite (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motolität (DGNM) geschafft. Eine Empfehlung ist bereits seit mehr als 58 Jahren auf dem Markt.

Zur Diagnose des RDS müssen verschiedene Punkte erfüllt sein. Laut Definition müssen die Beschwerden chronisch – also länger als drei Monate – bestehen. Möglich sind beispielsweise Bauschmerzen oder Blähungen, die in der Regel mit Veränderungen des Stuhlgangs einhergehen. Außerdem muss gewährleistet sein, dass der Betroffene aufgrund der Beschwerden einen Arzt aufsucht, weil die Lebensqualität relevant beeinträchtigt ist. Der Mediziner muss dann ausschließen, dass eine andere Erkrankung die Beschwerden verursacht. Schon vor 3000 Jahren hatte Hippokrates bei einem Patienten die Symptome eines RDS beschrieben.

Mediziner unterscheiden im Wesentlichen drei Subgruppen, die etwa je ein Drittel der Patienten ausmachen – Diarrhoe-dominat, Obstipation-dominat und alternierend. Zudem werden die Betroffenen in drei Schweregrad-Scores unterteilt. Das RDS wird zudem häufig mit psychischen oder somatoformen Störungen assoziiert. Den Beschwerden liegen Störungen der intestinalen Barriere, der Motilität, der Sekretion und der viszeralen Sensibilität zugrunde. Oft ist auch das enterale Immungleichgewicht gestört. Mikroinflammationen der Darmmukosa können in einer lokalen Zunahme von Immunzellen wie Mastzellen oder T-Lymphozyten begründet sein.

Die Therapie erfolgt symptomorientiert und zielt unter anderem auf die Behandlung von Schmerz und Diarrhoe ab. Die Leitlinie empfiehlt beispielsweise periphere Analgetika, lösliche Ballaststoffe, trizyklische Antidepressiva, Spasmolytika und lösliche Ballaststoffe, aber auch Probiotika und Phytotherapeutika. Unter den Phytos ist die Pflanzenmixtur STW-5 bei RDS-O aufgeführt. Der Lösung aus neun Heilpflanzen wird der Evidenzgrad B zugesprochen. Die Rede ist von Iberogast (Bayer), bestehend aus Bitterer Schleifenblume, Angelikawurzel, Kamillenblüten, Kümmelfrüchten, Mariendistelfrüchten, Melissenblättern, Pfefferminzblättern, Schöllkraut und Süßholzwurzel. Das Arzneimittel wird zur Behandlung von funktionellen und motilitätsbedingten Magen-Darm-Erkrankungen wie Reizmagen und RDS und zur unterstützenden Behandlung von Beschwerden einer Gastritis angewendet. Iberogast ist das einzige Phytotherapeutikum, das für die Behandlung von Reizmagen und Reizdarm zugelassen ist. Die Leitlinie empfiehlt eine dreimal tägliche Anwendung von je 20 Tropfen in Wasser oder einer anderen Flüssigkeit mit Ausnahme von Grapefruitsaft vor oder während einer Mahlzeit.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

OnlineDoctor

Tele-Dermatologen suchen eRezept-Apotheken»

Trotz US-Börsengang

Krebs-Pionier BioNTech bleibt in Deutschland»

Lieferengpässe

Venlafaxin: Kleine Panne, großer Ausfall»
Politik

Digitalisierung

Gesundheitsapps auf Rezept: Das sind die Regeln»

Bundesverwaltungsgericht

Defekturen: BfArM schützt Apotheke nicht»

Freie Apothekerschaft verzichtet

Importklausel-Affäre: Keine Klage gegen Altmaier»
Internationales

Apothekenketten

Pessina: Nicht jede Apotheke wird überleben»

Lungenschäden

E-Zigaretten: Zahl der Toten steigt»

Neuer SARS-Auslöser

Unbekannte Lungenkrankheit – wahrscheinlich Corona-Viren»
Pharmazie

Rückruf

Midrospa und Micypra gehen»

AMK-Meldung

Medikationsfehler bei Säuglings-Otriven»

Sachverständigenausschuss

Altersgrenze für Schlafmittel und Triptane?»
Panorama

Bereits 6 Tote

Neues Virus in China: Fälle in  Europa werden wahrscheinlicher»

291 Infektionen

6 Tote durch Lungenkrankheit in China»

Passau

Einbrecher: Erst Apotheke, dann Arztpraxis»
Apothekenpraxis

Rx-Versandverbot

Bühler: Ich habe die Gutachten jetzt – elfmal»

Betrugsversuch

49 Euro: Abzocke mit Transparenzregister»

Der Sinn der „Null-Euro-Belege“

Bonpflicht: Protestaktion im Apothekenschaufenster»
PTA Live

Neue PTA-Schule in Rheinfelden

„Der Bedarf an PTA ist groß“»

Völkerschule Osnabrück

Individueller Wiedereinstieg für PTA»

NRF-Ergänzungslieferung

Neue und geänderte Rezepturen»
Erkältungs-Tipps

Erkältungs-Tipps

Wenn die Erkältung fortschreitet: Produktiver Husten»

Erste Erkältungsanzeichen

Darum lohnt es sich früh zu handeln»

Erkältungssymptome

Erste Erkältungs-Etappe: Trockener Husten»
Magen-Darm & Co.

Krebserkrankungen

Magenkrebs: Wenn die Mitte des Körpers erkrankt»

Von fremden Bakterienstämmen profitieren

Stuhltransplantation: Chancen für Kolitis-Patienten»

Magen-Darm-Beschwerden

Diarrhoe: Zuckeraustausch mit Folgen»
Kinderwunsch & Stillzeit

Erkältet in der Schwangerschaft

Der gewisse Push für das Immunsystem»

Schwangerschaftsrisiken

Eileiterschwangerschaft: Gefährliche Fehleinnistung»

Fitness in der Schwangerschaft

Mit Pilates durch die Schwangerschaft»