Arzneimittelengpässe

Brexit: HIV-Versorgung in Gefahr? APOTHEKE ADHOC, 20.02.2019 12:46 Uhr

Berlin - In etwa fünf Wochen soll es soweit sein. Der Ausstieg Großbritanniens aus der EU ist für den 29. März geplant. Kommt es zu keiner Einigung um den Backstop, droht den Briten und den EU-Staaten ein harter Brexit ohne Austrittsabkommen und das Vereinigte Königreich würde über Nacht zum Drittstaat – und die Arzneimittelversorgung gefährdet. Denn beinahe jedes vierte Arzneimittel, das in der EU vertrieben wird, wird in Großbritannien freigegeben – darunter auch HIV-Medikamente. Ein Beispiel ist ViiV. Das Unternehmen setzt bereits seit Januar seinen risikominimierenden Notfallplan um.

Wird Großbritannien zum Drittstaat, muss Handel nach den allgemeinen Regeln der Welthandelsorganisation (WHO) getrieben werden – Zölle und andere Beschränkungen inklusive. Experten befürchten, dass es binnen 24 Stunden zu Ausfällen der Arzneimittelversorgung kommen kann. 45 Millionen Packungen Arzneimittel verlassen Großbritannien jeden Monat in Richtung EU, in die umgekehrte Richtung gehen 37 Millionen Packungen. Engpässe sind demnach auf beiden Seiten möglich.

Der Brexit könnte auch auf die Versorgung mit HIV-Medikamenten in Deutschland Auswirkungen haben. ViiV hat 13 HIV-Arzneimittel im Portfolio – darunter Tivicay (Dolutegravir), Juluca (Dolutegravir/Rilivirin), Triumeq (Dolutegravir/Abacavir/Lamivudin) sowie Trizivir (Abacavir/Lamivudin/Zidovudin). Juluca hatte erst im Sommer 2018 die Zulassung erhalten. Der 2009 als Joint Venture von Pfizer und GSK gegründete HIV-Spezialist hat seinen Hauptsitz in Brentford im Vereinigten Königreich und ist auf den Brexit vorbereitet.

„Wir haben die Auswirkungen des Brexit auf unsere Geschäftsabläufe, einschließlich unserer Lieferkette und der Qualitätskontrolle, eingehend untersucht“, teilt ein Sprecher mit. Für das Unternehmen habe die kontinuierliche Versorgung der Patienten – in der EU und Großbritannien – oberste Priorität. Weil jedoch weiterhin Ungewissheit in Bezug auf die zukünftigen Beziehung zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU besteht ist das Unternehmen tätig geworden. „Daher haben wir innerhalb der gesamten Organisation einen risikobasierten Ansatz zur Mitigation vereinbart.“

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