Pharmazeutische Bedenken

Sonder-PZN: TK will Apotheker sprechen Carolin Ciulli, 17.05.2019 11:44 Uhr

Berlin - Mit triftigen Gründen können Apotheken Rabattverträge umgehen, ohne Retaxierungen zu befürchten. Dazu zählen die Akutversorgung und pharmazeutische Bedenken. Wegen beidem steht Apotheker Dr. Björn Schittenhelm im Visier der Techniker Krankenkasse (TK). Die Kasse durchforstet offenbar die Rezeptabrechnungen nach Apotheken, die die Sonderkennzeichen häufig nutzen – und meldet Gesprächsbedarf an.

Die Retaxationen sind in den beiden Apotheken von Schittenhelm in den vergangenen Jahren zurückgegangen. „Wir haben kaum noch welche“, sagt der Inhaber der Alamannen- und Schönbuch-Apotheke. Vor neun Jahren übernahm er die Betriebe von seinem Vater. Wie viele Kollegen arbeitet er mit der Rezeptkontrolle eines Rechenzentrums. In dem Programm sieht er den Grund für den Rückgang der Retax-Fälle.

Vor einer Woche schickte die TK einen Brief an Schittenhelm. Man lege großen Wert darauf, dass die Sonderkennzeichen „angemessen eingesetzt werden“, heißt es in dem Schreiben von Tim Steimle, der den Bereich Arzneimittelversorgung leitet. „Nun haben wir ihre aktuellen Rezeptabrechnungen überprüft.“ Die Kasse kündigte an, den Apotheker über die Entwicklung der Verwendung der Sonderkennzeichen in seinen Apotheken informieren zu wollen. „Bitte nehmen Sie sich dann etwas Zeit für uns“, heißt es weiter.

Die TK schreibe regelmäßig Apotheken an, die überdurchschnittlich häufig ein Sonderkennzeichen auf dem Rezept vermerken und biete Gespräche an, sagt ein Sprecher der Kasse. „Ein Ziel ist es, die Apotheken bei ihrer Beratungsarbeit zu unterstützen, da Versicherte häufig auf der Substitution eines Medikamentes bestehen, weil sie unzureichend über die Alternativen aufgeklärt sind.“ Die Zahl der Apotheken, die angeschrieben werden, liegt unter 1 Prozent.

Schittenhelm kann sich bereits denken, um was es geht: In unmittelbarer Nähe der Alamannen-Apotheke befindet sich eine Kinderarztpraxis. „Wir haben öfter Verschreibungen mit Antibiotikasäften. Wenn diese nicht lieferbar sind, können wir die Eltern nicht auf morgen vertrösten.“ Die Sonderkennzeichen würden in den Apotheken so genutzt, wie es vorgegeben sei.

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