Betäubungsmittelgesetz

BtM-Rezept für Codein-Hustenstiller APOTHEKE ADHOC, 16.10.2018 14:49 Uhr

Ausnahmen gibt es auch für Tilidin. Das BtMG schließt feste Zubereitungen mit verzögerter Wirkstofffreigabe ein, die kein weiteres Betäubungsmittel und je abgeteilter Form bis zu 300 mg Tilidin – berechnet als Base – sowie mindestens 7,5 Prozent Naloxonhydrochlorid bezogen auf diese Menge enthalten. Dementsprechend müssen flüssige Tilidin-haltige Zubereitungen auf einem BtM-Rezept verordnet werden.

Laut Arzneimittelverordnungsreport wurden zuletzt 6,3 Millionen Tagestherapiedosen (DDD) Codein verordnet. Eingeschlossen sind sowohl flüssige als auch feste Zubereitungen. An der Spitze sind Saft beziehungsweise Tropfen von CT mit 1,7 Millionen DDD und Tryasol (Aristo) mit einer Million DDD. Auf Dihydrocodein, enthalten in Paracodin N (Teopharma), entfielen 5,4 Millionen DDD. Am häufigsten wird jedoch Noscapin, ein Alkaloid der Papaverinreihe ohne die unerwünschten Wirkungen der Opioide, verordnet. Auf Capval entfielen sieben Millionen DDD, die Verodnungszahlen des nichtopioiden Antitussivums waren jedoch rückläufig. Das gleiche Bild zeigt sich bei den anderen Antitussiva.

Codein besitzt opiatagonistische Eigenschaften und wirkt dosisabhängig sowohl zentral analgetisch als auch antitussiv. Das Opioid unterdrückt den Hustenreflex durch eine direkte Wirkung auf das Hustenzentrum. Die Wirkung basiert zum Teil auf einer Bindung an supraspinale Opiatrezeptoren, jedoch zeigt Codein eine außergewöhnlich niedrige Affinität zu den Opiatrezeptoren. Ein Teil der Wirkungen ist auf den Metaboliten Morphin zurückzuführen. Das Prodrug wird von den Patienten unterschiedlich umgewandelt. So wird bei sogenannten Schnellmetabolisierern über den First-Pass-Effekt ein Großteil des Codeins in den aktiven Metaboliten Morphin in der Leber umgewandelt. Langsammetabolisierer wandeln hingegen nur einen geringen Teil um, somit ist die Wirkung geringer. Grund ist ein genetischer CYP2D6-Polymorphismus.

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