Notdienst  

Kleinkind: Apotheker verhindert Fehlmedikation Eugenie Ankowitsch, 19.04.2018 15:09 Uhr

Berlin - Wenn der Arzt bei der Verordnung eines Medikaments auch nur in der Zeile verrutscht, kann ein solcher Fehler zu ernsthaften Konsequenzen führen, vor allem wenn das Medikament für ein Kleinkind bestimmt ist. Im rheinland-pfälzischen Alzey konnte Apotheker Matthias Blüm verhindern, dass ein dreijähriges Kind ein Erwachsenen-Antibiotikum bekam. Auf Facebook danken ihm seine Kunden dafür, dass er nicht nur da ist, sondern seinen Job gewissenhaft macht.

Es war Sonntagnachmittag. Blüm verrichtete bereits seit einigen Stunden den Sonntagsnotdienst in seiner Apotheke am Damm in Alzey. Der Dienst verlief zunächst ohne besondere Vorkommnisse. 30 bis 40 Kunden haben sich schon ihre Medikamente geholt. Doch als eine Frau ein Rezept einlösen wollte, fiel dem erfahrenen Apotheker ein Fehler auf. Das verordnete Antibiotikum auf dem Rezeptformular eines örtlichen Kinderarztes war für Erwachsene bestimmt.

„Es handelte sich um Cefaclor, und zwar als Tabletten mit entsprechend hoher Dosierung“, erklärt Blüm. „Für ein Kleinkind wird das Antibiotikum ja niedrig dosiert als Saft abgegeben.“ Die Einnahme des Medikaments hätte seinen Angaben nach beim dreijährigen Kind, für das das Medikament bestimmt war, zu großem Schaden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall bis hin zu Krampfanfällen führen können.

Der Apotheker rief sofort den Kinderarzt an. Dieser hatte zwar seine Sprechstunde inzwischen beendet, gibt auf dem Anrufbeantworter aber seine Mobilnummer. „Ich habe ihn noch im Auto erreicht“, berichtet Blüm. Der Arzt sei geschockt gewesen und entschuldigte sich für seinen Fehler. Es stellte sich heraus, dass der Mediziner beim Ausstellen des Rezeptes einfach „nur“ in der Zeile verrutscht war.

Um den Arzt nicht an den Pranger zu stellen, habe er daher sehr behutsam mit der Mutter des Kindes über den Fehler kommuniziert. „Ich habe ganz sachlich gesagt, dass das Rezept fehlerhaft ist und eine Rücksprache mit dem Arzt notwendig ist“, berichtet Blüm. „Wir alle machen Fehler. Gerade diesen Arzt kenne ich sonst als sehr zuverlässig und sorgfältig.“

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