Westfalen-Lippe

Apotheker begeistern Berufsberater

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Berlin -

In den Apotheken werden die Nachwuchsprobleme immer drängender: Daher wirbt wirbt die Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) seit Jahren für die verschiedenen Berufsbilder in den Apotheken. In diesem Jahr ist die Kammer wieder auf über 80 Berufsmessen im Einsatz, um Schüler für die Berufsbilder Apotheker, PTA und PKA zu begeistern. Damit nicht genug. Jetzt promotet sie direkt bei den Berufsberatern der Arbeitsagentur. Offenbar mit Erfolg.

Auf Einladung der AKWL erlebten zwölf Berufsberater der Siegener Agentur für Arbeit die Apothekenberufe hautnah: Auf eine Besichtigung der Schloss-Apotheke Kreisklinikum in Siegen folgten in den Räumlichkeiten des Kreisklinikums Fachvorträge zu den drei Berufsbildern Apotheker, PTA und PKA.

Nach einer kurzen Einführung durch den für das Thema Nachwuchs zuständigen Abteilungsleiter der AKWL, Klaus Bisping, führte Dr. Ann-Katrin Gräfe-Bub die Berufsberater durch ihre Apotheke. Sie zeigte sehr anschaulich, wie unterschiedlich die Aufgabenbereiche in einer Apotheke sind und in welchen Tätigkeitsfeldern Apotheker, PTA und PKA eingesetzt werden können.

Besonders aufschlussreich war für die Berufsberater laut AKWL die Besichtigung des Labors, in denen – zum Beispiel für kleine Kinder – maßgeschneiderte Rezepturen hergestellt werden. In den Räumlichkeiten des Kreisklinikums berichtete Birgitta Krumme, Mitglied im PKA-Prüfungsausschuss der Apothekerkammer, über den Karriereweg der PKA zum Organisationstalent.

Matthias Bauer, Leiter der PTA-Fachschule Siegen, stellte die „Gesundheitsexpertin PTA“ vor: „Wer bei uns seine Ausbildung abschließt, bekommt hinterher ganz sicher auch einen Job.“ Anschließend informierte Dr. Gero von Fircks, Sprecher der Apotheker im Kreis Siegen-Wittgenstein, über das Pharmaziestudium und die Vielfältigkeit des Apothekerberufes. Auch das Pharmaziestudium bietet eine Jobgarantie: „Auf einen stellensuchenden Apotheker entfallen derzeit zehn bis zwölf offene Stellen“, wusste der Apotheker zu berichten.

Die Berufsberater zeigten sich laut AKWL beeindruckt von den verschiedenen Berufsfeldern und Perspektiven und löcherten die Fachleute mit vielen Fragen – vor allem zur PKA- und PTA-Ausbildung. „Bei der Nachwuchsgewinnung belegen die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Arbeitsagenturen bedeutsame Schlüsselpositionen“, erklärte Bisping. „Schließlich haben sie sehr häufig den Erstkontakt und damit oftmals einen sehr frühen Zugriff auf die Schülerinnen und Schüler. Die Berufsberatung und die Berufsinformationszentren genießen seit jeher einen großen Stellenwert bei den Schülerinnen und Schülern sowie bei den Eltern.“

Wie groß die Nachwuchssorgen in den Apotheken sind, hatte letzten Sommer die Apobank mit einer Studie belegt. Fast die Hälfte glaubt demnach nicht mehr an eine Zukunft in der Offizin: Nur noch 40 Prozent der befragten Apotheker und 43 Prozent der Apothekerinnen wollen in einer öffentlichen Apotheke arbeiten. 17 Prozent der Männer und 9 Prozent der Frauen würden sich im Krankenhaus anstellen lassen. 43 beziehungsweise 49 sehen sich im Jahr 2030 in einer nicht kurativen Tätigkeit außerhalb der Apotheke, zum Beispiel in der Forschung oder Industrie. Zum Vergleich: Heute arbeiten 80 Prozent der Approbierten in der Offizin, 3,5 Prozent im Krankenhaus und 16 Prozent im nicht kurativen Bereich.

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