Versandapotheken

Shop-Apotheke sucht E-Rezept-Partner

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Berlin -

Die Shop-Apotheke will „überproportional“ von der geplanten Einführung des E-Rezepts 2021 profitieren. Derzeit würden mehrere Prozesse und erforderliche Strukturen vorbereitet. Ein konkretes Modell, wie es Zur Rose bereits fährt, gibt es offenbar noch nicht. Und noch einen Unterschied zum größten Konkurrenten gibt es: Shop-Apotheke zieht sich aus dem spanischen Markt zurück.

Die Shop-Apotheke erwartet mit der flächendeckenden Einführung des E-Rezepts, dass sich die Erschließung des „Millardenmarktes rezeptpflichtiger Medikamente beschleunigen“ werde. Das Gesamtvolumen betrug in Deutschland in 2018 demnach mehr als 40 Milliarden Euro. Aktuell werden davon etwa 1 Prozent über Versandapotheken abgewickelt.

In Venlo rechnet man ab Mitte 2021 mit einem nennenswerten Umsatz- und Ergebnisbeitrag durch E-Rezepte. Der Anteil werde sich über die nächsten Jahre sukzessive erhöhen, da Kunden dann Vorteile und Komfort des Online-Kaufs vollumfänglich nutzen könnten. Die Integration der Tochterfirma Europa Apotheek sei ein Schritt der Vorbereitung gewesen, heißt es. Die Website wird seit Juli auf die Shop-Apotheke weitergeleitet, Rezeptkunden können sich dort mit ihren gewohnten Zugangsdaten einloggen.

Auf technologischer Ebene gehöre die Weiterentwicklung von Schnittstellen für den digitalen Workflow dazu. Darüber hinaus würden derzeit „Kooperationsmöglichkeiten mit verschiedenen Partnern“ eruiert, die die Breite des Angebots und das Wachstum zusätzlich unterstützen sollen. Konkrete Projekte wurden nicht genannt.

In den ersten neun Monaten wuchs der Umsatz um 31 Prozent auf 509 Millionen Euro. Davon entfielen 448 Millionen Euro auf die Region Deutschland, Österreich, Schweiz (plus 26 Prozent) und 34 Millionen Euro auf die Aktivitäten in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Spanien und Italien. Für das laufende Gesamtjahr bestätigt der Vorstand seine Umsatzprognose von circa 700 Euro Millionen Euro.

Der Verlust nach Steuern beträgt 30 Millionen Euro, nach 20 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Ergebnis auf EBITDA-Ebene betrug für die DACH-Region 8 Millionen Euro, im Auslandsgeschäft stand hier ein Minus von knapp 5 Millionen Euro. Dies liegt an „wesentlich höheren Kosten der Kundenakquise“, die sich laut Management aber bereits in einem deutlichen Anstieg der Kundenzahl und einem hohen Anteil an Käufen dieser Gruppe niedergeschlagen haben.

Die Anzahl aktiver Kunden stieg im Vergleich zum Vorjahresstichtag insgesamt um 41 Prozent auf mehr als 4,5 Millionen Euro; Ende Oktober wurde demnach Rekordwert von 10 Millionen Bestellungen erreicht.

„Wir sind in den ersten neun Monaten konsequent unserer Strategie gefolgt, unser organisches Wachstum weiter voranzutreiben und gleichzeitig unsere Prozesse zu optimieren. Unser Ziel bleibt es, stark zu wachsen und gleichzeitig im Jahr 2020 auf EBITDA-Level den Break-Even zu erreichen“, sagt CEO Stefan Feltens. „Strategisch haben wir in den kommenden Jahren viel vor. So ist es unser Ziel, Shop Apotheke Europe zu einer Gesundheitsplattform mit einem breiten Angebot an Produkten und Services für Bestands- und Neukunden auszubauen.“

Im Zuge einer „strategischen und kaufmännischen Überprüfung des aktuellen Länderportfolios“ hat das Management beschlossen, den Betrieb des spanischen Online-Shops zum Jahresende einzustellen. „Der spanische Online-Apothekenmarkt hat sich im Vergleich zu anderen europäischen Ländern in den letzten Jahren weniger dynamisch entwickelt und konnte daher noch keine ökonomisch relevante Größenordnung erreichen“, heißt es. Zudem böten die dortigen Markt- und Rahmenbedingungen nur begrenzten Spielraum für unternehmerische eCommerce-Lösungen im Apothekenmarkt.

Vor diesem Hintergrund sieht der Vorstand mittelfristig keine Möglichkeit, das Spanien-Geschäft profitabel zu gestalten. Bezogen auf den Umsatz des Gesamtkonzerns lag der Beitrag zuletzt bei deutlich unter 1 Prozent, sodass der Rückzug keine nennenswerten Auswirkungen auf das zukünftige Wachstum haben werde. Für das Geschäftsjahr 2020 erwartet das Management hingegen einen positiven Ergebniseffekt.

Feltens: „Zu unserer Wachstumsstrategie gehört auch, dass wir in regelmäßigen Abständen unser Portfolio evaluieren. Dabei entscheiden wir nach strategischen und betriebswirtschaftlichen Kriterien, um sicherzustellen, dass wir unsere Ressourcen dort einsetzen, wo es unternehmerisch am sinnvollsten ist. Diesen Maßstab legen wir an alle Aktivitäten an, die wir heute betreiben oder potenziell zukünftig betreiben wollen. Mit dem Rückzug aus dem spanischen Markt reduzieren wir gleichzeitig die Komplexität unserer Wertschöpfungskette und können so die wirtschaftlichen Potenziale unserer zurzeit sieben weiteren Länder intensiver ausbauen.“

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