Todesspritze für Ehemann

Mordversuch mit Insulin – Polizistinnen verurteilt dpa/APOTHEKE ADHOC, 13.12.2019 15:04 Uhr

Tübingen - Dieses Verfahren war außergewöhnlich: Wegen Mordversuchs saßen zwei Polizistinnen auf der Anklagebank. „Man kann von ihnen erwarten, dass sie einen inneren moralischen Kompass besitzen, der es ihnen ermöglichen sollte, Konflikte gewaltfrei zu lösen“, staunte auch der Vorsitzende Richter Ulrich Polachowski über das Verbrechen. Das Landgericht Tübingen hat die Frauen nun zu Haftstrafen verurteilt.

Das Landgericht Tübingen hat eine Polizistin zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren wegen versuchten Mordes an ihrem Ehemann verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Ihre Kollegin, die ihr dafür das Medikament Insulin besorgte, verurteilte die Kammer am Freitag zu fünf Jahren Haft wegen Beihilfe. Beide hätten heimtückisch gehandelt. Die 40 Jahre alte Haupttäterin hatte eingeräumt, ihrem Mann im Februar in der gemeinsamen Wohnung Insulin gespritzt zu haben, um ihn zu töten. Dieser ist ebenfalls Polizeibeamter.

Nach Angaben seiner Frau hatte er sie zuvor immer wieder beschimpft und angekündigt, ihr die beiden gemeinsamen Kinder wegzunehmen. Das Gericht glaubte dieser Darstellung nicht. Dem Vorsitzenden Richter Polachowski zufolge haben vielmehr Persönlichkeitsstörungen, Alkoholprobleme und Lügen der Angeklagten die Ehe belastet. Unter anderem soll sie Rechnungen unterschlagen, Zeugnisse gefälscht und den Unfalltod eines angeblichen Zwillingsbruders erfunden haben.

Ihr Ehemann habe ihr eine Therapie nahegelegt und nicht mit Scheidung gedroht. Das Insulin für den Mordversuch bekam die Frau von ihrer Kollegin per Dienstpost. Auch diese sei mit Lügen und Übertreibungen in die Tat hineingelockt worden, sagte Polachowski. Als Diabetikerin habe die Komplizin aber gewusst, dass das Medikament in hoher Dosis tödlich wirke. Chatverläufen zufolge planten die beiden Polizistinnen die Tat über mehrere Monate hinweg. „Ich habe noch nie ein Verfahren erlebt, in dem so minutiös durch den Chatverlauf die Planung und Tat dokumentiert wurde“, bilanzierte Pochalowski.

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