Risperdal

Milliarden-Urteil gegen Johnson & Johnson dpa, 09.10.2019 10:56 Uhr

Phildelphia - Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson ist wegen eines Medikaments, das Männern angeblich die Brüste wachsen lässt, zu milliardenschweren Strafzahlungen verurteilt worden. Eine Geschworenenjury in Phialdelphia sprach einem Kläger Schadenersatz von 8 Milliarden Dollar (7,3 Mrd Euro) zu, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Nebenwirkungen des Antipsychotikums Risperdal. verschwiegen zu haben, die angeblich zu unerwünschten
Brustvergrößerungen bei männlichen Patienten führen. 

Johnson & Johnson bezeichnete das Urteil als „in grober Weise unangemessen” und kündigte an, es anzufechten. Das Unternehmen zeigte sich zuversichtlich, dass die Entscheidung der Jury letztlich keinen Bestand haben werde. Tatsächlich ist es in den USA durchaus üblich, dass solch hohe Schadenersatzurteile in höheren Instanzen revidiert oder stark reduziert werden. Wenn es zu rechtswirksamen Entscheidungen kommt, bei denen Unternehmen den Klägern wirklich Geld zahlen müssen, vergehen oftmals Jahre.

Im aktuellen Fall hatte eine Jury dem Kläger bereits 2015 eine Entschädigung von 1,75 Milliarden Dollar zugesprochen, die später auf 680.000 Dollar gesenkt wurde. Dabei ging es zunächst aber nur um den regulären Schadenersatz. Nun hatten die Geschworenen über den sogenannten Strafschadenersatz zu befinden, der im US-Recht als Zusatzsanktion in besonders schweren Fällen verhängt werden kann. Hier kommt es immer wieder vor, dass hohe Strafen hinterher von Richtern als unverhältnismäßig betrachtet und verringert werden.

So oder so ist der Fall für Johnson & Johnson aber brisant, da der Konzern mit mehr als Zehntausend ähnlichen Klagen konfrontiert ist. Der Pharmariese ist rechtlichen Ärger ohnehin gewohnt. Auch bei der Klagewelle gegen Firmen, die mit süchtig machenden Schmerzmitteln zur Opioid-Krise und Drogen-Epidemie in den USA beigetragen haben sollen, ist das Unternehmen aus New Brunswick im Bundesstaat New Jersey unter den Beschuldigten. Zudem muss es sich zahlreichen Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken des Pflegemittels „Baby Powder” stellen.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Mehr zum Thema

Mehr aus Ressort

Weiteres
Coronavirus

Vakzine gegen Sars-CoV-2

AstraZeneca: EU sichert sich 300 Millionen Dosen Impfstoff»

Corona-Schutzmaßnahmen

Philippinen: Maske plus Visier wird Pflicht»

Studie in Kupferzell

Hohe Dunkelziffer, kaum Antikörper»
Markt

Börsengang

Curevac: Hopp behält die Kontrolle»

Patentstreit

Alimta-Generika: Alles muss zurück»

Gericht verbietet Werbeaussagen

DocMorris: Hilft nicht in jeder Lebenslage»
Politik

Novel-Food-Anträge gestoppt – Hersteller zittern

EU will CBD als Betäubungsmittel einstufen»

Werbung für Fernbehandlung

Grundsatzstreit um Telemedizin»

Statistisches Bundesamt

143.000 Menschen ohne Krankenversicherung»
Internationales

„Gebräu von Kräutern und Wurzeln“

Südkorea: Ärzte streiken gegen Traditionsmedizin»

Notbevorratung durch Unternehmen und Regierung

Brexit: UK bunkert Arzneimittel für den Ernstfall»

Kooperation

GlaxoSmithKline steigt bei Curevac ein»
Pharmazie

Spinale Muskelatrophie

Evrysdi: Erste orale Therapieoption bei SMA»

Vereinfachung der Applikation

Xolair: Selbstverabreichung bald in allen Indikationen?»

Hohe Sensitivität und Spezifität

KI soll Darmkrebs diagnostizieren»
Panorama

Angst vor Corona-Komplikationen

Jeder Zweite will plötzlich Grippeimpfung»

Missbrauch der Medizin

Antisemitismusbeauftragter: Ärzte sollen mehr über NS-Zeit lernen»

Staatsanwaltschaft fordert Sicherungsverwahrung

PTA-Mörder soll den Rest seines Lebens hinter Gitter»
Apothekenpraxis

Abgaberegeln

AOK-Dank verunsichert Apotheker»

Apotheke verliert vor Gericht

Filialverbünde: Wieder Streit um Notdienste»

Geringe Impfbereitschaft bei PTA

Apothekenteams: Angst vor der 2. Welle»
PTA Live

Keine Sicherungsverwahrung

Göttingen: Lebenslänglich für PTA-Mörder»

Apotheken gegen häusliche Gewalt

„Maske 19“: Codewort am HV soll bundesweit helfen»

Apothekenpflichtige Fertigarzneimittel

Blutegel in der Dokumentation»
Erkältungs-Tipps

OP-Maske, FFP und KN95

Wie schützt eine Mund-Nasen-Bedeckung vor Infekten?»

Immunsystem stärken, Hygiene beachten

Fünf Tipps zur Erkältungsvorbeugung»

Verbreitung von Krankheitserregern

Tipps zur Vermeidung von Schmier- und Tröpfcheninfektionen»
Magen-Darm & Co.

Haferschleim, Zwieback & Banane

Schonkost: Leicht verdaulich & gut verträglich»

Pflanzlich oder Probiotisch

Fresh-Up: Reizdarmsyndrom»

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Colitis ulcerosa: Wenn der Dickdarm erkrankt»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Nach der Geburt

10 Tipps für die Rückbildung»

Aktivität

Laufen in der Schwangerschaft»

Ernährung, Sport und Vitamine

Schwanger zu werden, ist nicht nur Frauensache»
Medizinisches Cannabis

Wie setzt sich der Abgabepreis zusammen?

Cannabis-Rezept: Taxierung»

Interview mit Michael Becker

Cannabis-Prüftipps vom Pharmazierat»

Teil 2: Belieferung & Dokumentation

How to: Cannabisrezept»
HAUTsache gesund und schön

Tipps gegen Haarausfall

Alopezie: Wenn das Haarkleid schwindet»

Ein besonderer Bereich des Gesichts 

Augenpflege: Sanft und feuchtigkeitsspendend»

Gefahren bei falscher Pflege

Wimpern und Augenbrauen: Schützende Sensibelchen»