Zukunftswerkstatt

BtM-Rezepte: Bald nur noch auf der Blockchain? Tobias Lau, 01.03.2019 13:45 Uhr

Berlin - Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Digitalisierung im Gesundheitswesen zur Chefsache gemacht. Dazu gehört nicht nur, das eRezept per Gesetz zu forcieren und sich die Macht in der Gematik zu sichern, sondern auch der Kontakt an die Graswurzeln: Wer entwickelt welche zukunftsfähigen Konzepte und wie kann das Ministerium dabei Unterstützung leisten? Eine der Technologien, der eine große Zukunft prophezeit wird, ist Blockchain. Deshalb hat das BMG einen Blockchain-Wettbewerb ausgelobt. Die Gewinner: Ein Mediziner und eine Unternehmensberaterin, die ein elektronisches BtM-Rezept entwickelt haben.

Beim Begriff Blockchain verstehen die meisten Menschen nur böhmische Dörfer. Viele Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft hingegen sehen darin trotz aller Kritik eine der wichtigsten Zukunftstechnologien, denn sie vereint mehrere entscheidende Eigenschaften: ein hohes Maß an Sicherheit, Transparenz und Partizipation bei gleichzeitiger dezentraler Datenverwahrung. Dabei ist die Grundidee der Blockchain denkbar simpel: Sie ist ein digitales Kerbholz. So wie die Kerben auf den zwei Hälften des Bretts wird eine Liste von Datensätzen mittels kryptographischer Verfahren nacheinander „eingeritzt“ – beziehungsweise aneinander gekettet. Jeder Block erhält dabei neben einem Zeitstempel und Transaktionsdaten einen sogenannten Hash, der eine große Eingabemenge auf einer kleinen Zielmenge abbildet.

Sehr stark vereinfacht ausgedrückt: Der Endnutzer hat einen bestimmten Wert, der zum Beispiel als fünf plus drei ausgedrückt ist. Auf der Blockchain ist der Wert acht gespeichert. Bei der Verifizierung müssen beide Werte in der Summe übereinstimmen. Der Vorteil: Aus dem Wert acht auf der Blockchain lässt sich nicht herleiten, dass er aus fünf plus drei besteht. Es könnten ja auch vier plus vier, sechs plus zwei und so weiter sein. Aufgrund dieser Verschlüsselung ist es so gut wie unmöglich, vertrauliche Informationen aus einem Block zu klauen.

All die Daten eines Blocks bauen wiederum auf dem vorherigen auf. Eine Transaktion kann nur als richtig bestätigt werden, wenn sie mit den Daten früherer Transaktionen übereinstimmt. Würde man einen Block manipulieren, fiele das deshalb sofort auf, denn dann würden Berechnungen der nachfolgenden Blöcke plötzlich Fehler aufweisen – denn die Blockchain ist durch ihre dezentrale Natur absolut transparent, jeder kann darauf zugreifen. Das ist ein weiterer Vorteil: Es bedarf keiner zentralen Autorität, die für die Verifizierung verantwortlich ist.

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