Heilpflanzenporträt

Sennesfrüchte: Natürlich abführen mit Einschränkungen APOTHEKE ADHOC, 29.10.2019 15:23 Uhr

Berlin - Pflanzliche Arzneimittel haben häufig den Ruf besonders sanft und schonend zu wirken. In Bezug auf Abführmittel gilt diese These jedoch nicht: Sennesblätter & Co. können stark abführend wirken und bei nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch Risiken mit sich bringen. Daher gilt es Warnhinweise, Kontraindikationen und Anwendungsbeschränkungen zu beachten.

Innerhalb der Sennesfrüchte wird zwischen den Alexandriner-Sennesfrüchten und den Tinnevelly-Sennesfrüchten unterschieden. Tinnevelly-Sennesfrüchten wird häufig eine höhere Qualität als den Alexandriner-Sennesfrüchten zugesprochen, darum sind sie häufig Bestandteil von Fertigarzneimitteln. Der Effekt der beiden Sorten ist jedoch gleich: Beide zeichnen sich durch eine abführende Wirkung aus. Daher werden sie zur kurzfristigen Behandlung einer gelegentlichen Verstopfung, für eine Stuhlaufweichung und zur Darmentleerung verwendet.

Neben den Sennesfrüchten werden auch die Blätter der Pflanze verwendet, welche ähnliche Wirkungen aufweisen. Die Wirkung der Früchte ist jedoch in der Regel etwas milder und verursacht dadurch meist weniger Probleme. Die wirksamen Inhaltsstoffe der Sennesblätter und Sennesfrüchte sind Anthranoide, hauptsächlich verschiedene Sennoside. Diese sorgen für einen verstärkten Einstrom von Wasser und Elektrolyten in den Darm, zusätzlich wird die Darmperistaltik angeregt.

Sennesfrüchte und- blätter können beispielsweise als Teedroge in ganzer oder geschnittener Form zum Einsatz kommen. Auch die Verwendung in pulverisierter Form oder als eingestellter Trockenextrakt in Granulat, Tabletten, Dragees oder Instant-Tees ist möglich. Nach der Einnahme tritt die Wirkung nach etwa acht bis zwölf Stunden ein: Daher empfiehlt sich die Verwendung der Droge am Abend, sodass am nächsten Morgen die Darmentleerung erfolgt.

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