Großbritannien

„No-Deal-Brexit“: Angst vor Engpässen bei Medikamenten dpa, 18.08.2019 19:57 Uhr

Berlin - Bei einem ungeregelten Brexit rechnet die britische Regierung einem Bericht zufolge mit einem Mangel Medikamenten, Lebensmitteln und Benzin. Darüber hinaus werde von einem mehrmonatigen Zusammenbruch in den Häfen, einer harten Grenze zur Republik Irland und steigenden Sozialkosten ausgegangen, berichtete die „Sunday Times“ unter Berufung auf bislang geheimgehaltene Regierungsdokumente.
 

Zollkontrollen und Megastaus von Lastwagen in Südengland hätten demnach zur Folge, dass weniger frische Lebensmittel vom europäischen Festland nach Großbritannien eingeführt werden könnten. Britische Patienten müssten länger auf Arzneimittel wie Insulin und Impfstoffe gegen Grippe warten. Ein ungeregelter Ausstieg würde auch zu Verzögerungen für Passagiere an EU-Flughäfen, im Eurotunnel und in der Hafenstadt Dover am Ärmelkanal führen. An der Grenze zwischen der Republik Irland und dem britischen Nordirland wird mit starken Protesten gerechnet, wie die Zeitung weiter berichtete.

Es handele sich um eine „realistische Einschätzung“ dessen, was die Öffentlichkeit im Falle eines No Deal erleben werde, zitierte die Zeitung eine nicht näher genannte Regierungsquelle. Diese Szenarien seien sehr wahrscheinlich und „nicht der schlimmste Fall“.

Das Dossier wurde nach Angaben der „Sunday Times“ vom Cabinet Office zusammengestellt. Das Büro unterstützt Premierminister Boris Johnson und die Minister in ihrer Arbeit. Es wird immer wahrscheinlicher, dass Großbritannien an Halloween (31. Oktober) ohne Abkommen aus der Europäischen Union ausscheidet. Das Parlament ist im Brexit-Kurs nach wie vor heillos zerstritten und eine Lösung nicht in Sicht.

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