Honorargutachten

Apobank: Apotheken drohen „herbe Einschnitte“ Lothar Klein, 10.01.2018 10:22 Uhr

Berlin - Die ABDA hat bislang zum Inhalt des im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWI) erstellten Honorargutachtens noch keine Stellung bezogen. Jetzt hat die der Apothekerschaft eng verbundene Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) gegenüber APOTHEKE ADHOC eine erste Einschätzung vorgenommen: In der Umsetzung bedeuteten die Vorschläge der Gutachter für die Apotheken „herbe finanzielle Einschnitte“. Kritik übt die Apobank an der Systematik des Gutachtens. Der Unternehmerlohn sei nicht berücksichtigt. 

Kurz vor Weihnachten hatte das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) das Honorargutachten kommentarlos auf seiner Internetseite veröffentlicht. Auf 256 Seiten widmen sich die Experten der beauftragten Unternehmensberatung 2hm der Ausgestaltung der Handelsspannen von Apotheken und Großhandel. Die Gutachter schlagen einen Umbau des Apotheken- und Großhandelshonorars vor. Dadurch sollen die gesetzliche und private Krankenversicherung deutliche Einsparungen erzielen: 1,24 Milliarden Euro wollen die Gutachter abschöpfen. Der Großhandel soll mit 210 Millionen Euro weniger honoriert werden als bislang, könnte nach der Logik des Gutachtens aber bei den Rabatten sparen.

Die ABDA hält den richtigen Zeitpunkt für eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Gutachten noch nicht für gekommen. Dafür setzten sich andere bereits mit den Empfehlungen auseinander – zum Beispiel die Apobank: „Das mittlerweile veröffentlichte Honorargutachten ist in seiner Gesamtheit sehr umfangreich. Die Ergebnisse und Vorschläge der Gutachter bewegen derzeit viele Apotheker. Sollten diese eins zu eins übernommen werden, würde das einen herben finanziellen Einschnitt für die niedergelassenen Apotheker bedeuten“, so die Apobank.

Fraglich sei allerdings, „ob der kalkulatorische Unternehmerlohn, der sich in dem Gutachten an der Vergütung eines angestellten Apothekenleiters im Krankenhaus orientiert, so für die Apothekeninhaber herangezogen werden kann“. Die Inhaber einer öffentlichen Apotheken trügen schließlich das „volle wirtschaftliche Risiko und tätigen oftmals sehr hohe Investitionen“. Laut Apobank lagen beispielsweise die Gesamtinvestitionen für eine Apothekenübernahme nach der Analyse zum Existenzgründungsgeschehen 2016 im Schnitt bei rund 550.000 Euro und für die Übernahme eines Apothekenverbundes sogar bei rund 1,4 Mio. Euro. „Zudem sind sie verantwortlich für eine Vielzahl von Mitarbeitern, teilweise über mehrere Filialstandorte verteilt“, so die Einschätzung von Daniel Zehnich, Leiter Bereich Gesundheitsmärkte und Gesundheitspolitik bei der Apoba

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