Anja Alchemilla in Erklärungsnöten

„Ich kann nichts dafür!“ Anja Alchemilla, 11.11.2018 07:51 Uhr

Berlin - Anja Alchemilla trifft sich mit ihrer Freundin Claudia im Café. Sie hat gerade Mittagspause, und diese ist auch dringend nötig. Seit Ende vergangener Woche steckt die Apothekerin nämlich ständig in Erklärungsnöten – für Dinge, die sie gar nicht zu verantworten hat.

„Puuuh! Gerade noch rechtzeitig. Jetzt brauche ich erst mal einen Kaffee und irgendwas mit Schokolade. Gerne richtig groß und mit vielen Kalorien!“ Anja lässt sich neben ihrer Freundin in den Stuhl fallen und blickt sie müde an. „So schlimm?", fragt diese mitfühlend. „Schlimmer. Weißt du, ständig muss ich mich für Sachverhalte rechtfertigen, die nicht in meinem Einflussbereich liegen. Ich kann nichts dafür – nicht für Valsartan, nicht für HCT, nicht für Lyrica und schon gar nicht für die Grippeimpfstoffe!“

Claudia horcht auf: „Grippeimpfstoffe? Was ist denn mit denen? Ich hab nämlich ein Privatrezept dabei, das wollte ich dir eigentlich mitgeben. Das mit Valsartan habe ich mitbekommen, das war irgendwie verseucht, oder? Stand bei uns in der Zeitung. Ist der Impfstoff jetzt auch kontaminiert?“, will sie wissen. „Nein, ist er nicht. Aber wir bekommen keine Einzelimpfstoffe mehr. Das heißt, dass du dein Rezept wieder mitnehmen kannst. Wir haben nichts mehr, die Hauptapotheke hat nichts mehr und unsere Großhändler können auch nichts liefern.“ Claudia ist schockiert: „Aber das geht doch nicht! Die Saison hat doch gerade erst begonnen“, sagt sie. Die Unterhaltung entwickelt sich vom Kaffeeklatsch zur HV-Realität: „Siehst du – genau diese Gespräche führe ich schon seit Tagen. Die Ärzte haben die 10er-Packs für die Kassenpatienten alle schon bekommen. Frag am besten mal deinen Hausarzt. Vielleicht hat er irgendwo eine stille Reserve für die Privaten.“

Als die Bedienung kommt, bestellt Anja einen großen Milchkaffee und ein Stück Schokosahnetorte. „Aber das ist ja nicht alles“, sagt sie. „Bei Lyrica, einem Antiepileptikum, wurde vor kurzem der Festbetrag gesenkt. Jetzt müssen die Kunden je nach Menge und Stärke gut 100 Euro pro Packung zuzahlen.“ Claudia schaut sie mit großen Augen an: „Holla die Waldfee! 100 Euro? Ganz schön viel. Gibt es da keine Alternative, für die nichts zugezahlt werden muss?“ Anja erklärt: „Doch, da gibt es was. Aber unsere Patienten wollen eigentlich nicht wechseln, wenn sie mit ihrem Medikament bisher zufrieden und gut eingestellt waren. Und bei der Indikation verstehe ich das sogar!“

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