Rückrufwelle

Valsartan-Retoure: Alles nur ein Missverständnis Nadine Tröbitscher, 10.09.2018 08:15 Uhr

Berlin - Hersteller und Behörden haben an die Rückrufe verunreinigter Valsartan-haltiger Arzneimittel längst einen Haken gemacht. Doch da haben sie die Rechnung ohne die Betroffenen gemacht, denn in der Apotheke ist der belastete Blutdrucksenker noch immer Thema. So auch in der DocMare-Apotheke in Schleswig von Apotheker Hermann Wighardt. Der Pharmazeut ist verärgert über 1A/Hexal und fragt nach dem Verantwortungsbewusstsein des Generikaherstellers.

Der Ärger ist um eine angebrochene Packung Valsartan 1A Pharma entfacht, die eine Patientin auf Anraten des Internisten in der Apotheke kostenfrei umtauschen sollte. Daraufhin wollte sich Wighardt beim Hersteller um die Konditionen erkundigen und fragte telefonisch nach. Das Ergebnis überraschte ihn, denn es folgte eine „für Patienten und Apotheken unfreundliche Anweisung“, wie der Apotheker sagt: „Privatpatienten bekommen die Tabletten umgetauscht oder eine Gutschrift, die Packung soll über den Großhandel retourniert werden. Kassenpatienten sollen hingegen ein neues Rezept bringen und sich anschließend selbst um die Rückerstattung der geleisteten Zuzahlung kümmern. Nach Vorlage einer Quittung, versteht sich.“

In der Theorie mag das funktionieren und einen Sinn ergeben. Die Praxis sieht jedoch anders aus. Denn es handelt sich um eine Bewohnerin eines Pflegeheimes, für die das Vorgehen eine große Herausforderung darstellt. „Wie kann eine verantwortungsbewusste Firma so reagieren“, fragt Wighardt, der klarstellt: „Belastete Medikamente müssen sofort und unter allen Umständen aus dem Verkehr gezogen werden.“

Den schwarzen Peter hat ohnehin die Apotheke. „Wir Apotheker stehen ganz schön bescheiden da. Erst geben wir die belasteten Arzneimittel ab und dann nehmen wir sie nicht zurück.“ Der Patient unterscheide nicht, Apotheken tragen für sie eine Mitschuld am Skandal, so Wighardt. „Aus Sicht der Patienten haben wir vergiftetes Zeug verkauft.“

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