Kry kommt nach Deutschland

eRezept: „Wir wollen alle Apotheken“ Tobias Lau, 29.08.2019 11:31 Uhr

Berlin - Das eRezept kommt und der Markt dafür wird gerade abgesteckt. Das zieht nicht nur Anbieter aus Deutschland an: Das schwedische Unternehmen Kry will ab Herbst mit seinem eigenen eRezept den deutschen Markt erobern. Im hohen Norden ist die Firma schon Marktführer, hierzulande geht es aber erst einmal Schritt für Schritt voran: Erst kommt ein kombiniertes Angebot aus Telemedizin und eRezept für PKV-Patienten, die Kassen sollen als nächstes kommen. Nur die Apotheken vor Ort zieren sich anscheinend noch.

Der Blick in die Zukunft geht oft gen Norden. 2002, als hierzulande das erste Mal eine elektronische Verordnung erprobt wurde, waren eRezepte in Schweden bereits Alltag. Heute sind über 99 Prozent der Rezepte in Schweden digital. „Es sind wahrscheinlich nur noch Urlauber, die noch Papierrezepte in eine Apotheke bringen“, sagt Kry-Deutschlandchefin Dr. Cristina Koehn. Kry ist nach eigenen Angaben Telemedizin-Marktführer in Schweden.

Wie groß der Marktanteil von Kry ist, kann sie aber nicht sagen. „Es gibt in Schweden ein zentrales System, in das alle eRezepte eingespeist werden, da kann jeder teilnehmen, aber es gibt eben auch viele kleinteilige Lösungen“, erklärt Koehn. Der schwedische Patient bekommt von Marktanteilen hinter der Verordnung nicht viel mit, für ihn ist das System denkbar bequem: Der Arzt stellt ein Rezept aus, das auf einem staatlichen Server gespeichert wird. Der Patient erhält nichts, er geht nur in die nächste Apotheke und zeigt seinen Personalausweis vor. Die Apotheke sieht sich dann das Rezept auf dem Server an, bedient es und markiert es als abgeschlossen. Quasi nebenbei kann die Apotheke dabei auch die vergangenen Rezepte des Patienten sehen – und die bisherige Medikation gegebenenfalls mit in die Beratung einbeziehen.

Diese Einsicht erinnert an den Streit um die Zugangsberechtigungen in der elektronischen Gesundheitsakte. „Auch in Schweden muss der Patient aber immer explizit zustimmen, wenn ein Gesundheitsdienstleister auf seine Daten zustimmt“, erklärt Koehn. „Insgesamt muss man aber sagen, dass die Schweden bei dem Thema weniger sensibel sind als die Deutschen. Es gibt da ein über Jahrzehnte etabliertes staatliches Gesundheitssystem, dem die Menschen vertrauen.“ Koehn kennt dieses System, sie hat selbst jahrelang in Schweden gelebt und war bei Kry an der Markteinführung der Kry-App samt eRezept in Frankreich, Großbritannien und Norwegen beteiligt.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Mehr aus Ressort

Weiteres
Coronavirus

Hemmung der Gewebefaktorexpression

Covid-19: Prävention der Blutgerinnung als Lösung?»

Auch bei korrektem Tragen

Schutzwirkung: Nicht alle Masken sind dicht»

Verbreitung von Sars-CoV-2

Intaktes Coronavirus in Aerosolen gefunden»
Markt

Corona-Impfstoff

Curevac: Ab Freitag an der Börse»

Neuer Vorstand beim VDARZ

APO_TI: Die Schnittstelle der Rechenzentren»

Telemedizin und eRezept

Noventi steigt bei MORE ein»
Politik

Weniger Ausgaben

Auch Ersatzkassen mit Corona-Plus»

Krankenhausaufnahme und -entlassung

eMedikationsplan: Barmer will Ärzte und Apotheker vernetzen»

Neun Treffen, keine Lösung

BMG äußert sich zu Apothekenfragen»
Internationales

Notbevorratung durch Unternehmen und Regierung

Brexit: UK bunkert Arzneimittel für den Ernstfall»

Kooperation

GlaxoSmithKline steigt bei Curevac ein»

Walgreens Boots Alliance

Wegen Corona: Pessina streicht 4000 Stellen»
Pharmazie

Vereinfachung der Applikation

Xolair: Selbstverabreichung bald in allen Indikationen?»

Hohe Sensitivität und Spezifität

KI soll Darmkrebs diagnostizieren»

Arzneimittelrückrufe

Nitrosamine in Arzneimitteln: Mögliche Ursachen identifiziert»
Panorama

Staatsanwaltschaft fordert Sicherungsverwahrung

PTA-Mörder soll den Rest seines Lebens hinter Gitter»

Corona-Maßnahmen

Maskenpflicht: Kunde verletzt Polizisten»

Automatische Formatierung

Wegen Excel: Forscher benennen Gene um»
Apothekenpraxis

Apotheke verliert vor Gericht

Filialverbünde: Wieder Streit um Notdienste»

Geringe Impfbereitschaft bei PTA

Apothekenteams: Angst vor der 2. Welle»

Höherer Preis – bessere Verfügbarkeit?

50 Prozent teurer: Preissprung bei Forxiga»
PTA Live

Apotheken gegen häusliche Gewalt

„Maske 19“: Codewort am HV soll bundesweit helfen»

Apothekenpflichtige Fertigarzneimittel

Blutegel in der Dokumentation»

Notfallkontrazeptiva bei GZSZ

Pille danach: „Hormonüberdosis für Schlampen“?»
Erkältungs-Tipps

OP-Maske, FFP und KN95

Wie schützt eine Mund-Nasen-Bedeckung vor Infekten?»

Immunsystem stärken, Hygiene beachten

Fünf Tipps zur Erkältungsvorbeugung»

Verbreitung von Krankheitserregern

Tipps zur Vermeidung von Schmier- und Tröpfcheninfektionen»
Magen-Darm & Co.

Haferschleim, Zwieback & Banane

Schonkost: Leicht verdaulich & gut verträglich»

Pflanzlich oder Probiotisch

Fresh-Up: Reizdarmsyndrom»

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Colitis ulcerosa: Wenn der Dickdarm erkrankt»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Nach der Geburt

10 Tipps für die Rückbildung»

Aktivität

Laufen in der Schwangerschaft»

Ernährung, Sport und Vitamine

Schwanger zu werden, ist nicht nur Frauensache»
Medizinisches Cannabis

Wie setzt sich der Abgabepreis zusammen?

Cannabis-Rezept: Taxierung»

Interview mit Michael Becker

Cannabis-Prüftipps vom Pharmazierat»

Teil 2: Belieferung & Dokumentation

How to: Cannabisrezept»
HAUTsache gesund und schön

Tipps gegen Haarausfall

Alopezie: Wenn das Haarkleid schwindet»

Ein besonderer Bereich des Gesichts 

Augenpflege: Sanft und feuchtigkeitsspendend»

Gefahren bei falscher Pflege

Wimpern und Augenbrauen: Schützende Sensibelchen»