Betriebsprüfung

Apotheker fassungslos: Finanzamt will private SMS sehen Lothar Klein, 21.12.2017 10:36 Uhr

Berlin - Eigentlich hatte ein Apotheker aus Nordrhein-Westfalen mit seinem Berufsleben bereits abgeschlossen. Im Sommer hatte er seine Apotheke an einen Nachfolger verkauft, nun wollte er sich auf den Ruhestand vorbereiten. Doch jetzt, kurz vor Weihnachten, flatterte unangenehme Post des Finanzamtes in sein Haus. Für 330.000 Euro offene Positionen verlangt der Steuerprüfer für die letzten drei Jahre kleinteilige Erklärungen. Sonst droht dem Apotheker eine Nachschätzung – und diese könnte teuer werden, bis zu 100.000 Euro. Dann wäre ein guter Teil des Verkaufserlöses wieder futsch.

Da wiehert der Amtsschimmel: Unter anderem fordert das Finanzamt nämlich von dem Apotheker Auskunft darüber, welche seiner im Prüfzeitraum versendeten 448 SMS privat und nicht geschäftlicher Natur waren: „Wie soll ich das erklären“, entrüstet sich der Apotheker, der aus verständlichen Gründen anonym bleiben will, APOTHEKE ADHOC aber Einblick in die Reklamationen des Prüfers gewährt.

„Ordnungsgemäße Kassenaufzeichnungen müssen so beschaffen sein, dass sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die aufzeichnungspflichtigen Geschäftsvorfälle vermitteln“, belehrt das Finanzamt den Apotheker über seine Pflichten. Der Steuerpflichtige habe organisatorisch und technisch sicherzustellen, dass die elektronischen Buchungen und sonst erforderlichen elektronischen Aufzeichnungen „vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet“ vorgenommen werden. Zur Prüfung setzte der Finanzbeamte die Software Idea ein, ein umfangreiches Analyse- und Auswertungstool.

Und dann geht es in dem siebenseitigen Schreiben des Finanzamts Schlag auf Schlag: Unter dem Stichwort Storno werden knapp 2800 erklärungsbedürftige Vorgänge gelistet, davon 2100 „ohne Bezug zum Ursprungsvorgang“. Hier gibt sich der Apotheker noch gelassen. Er habe sich alle Stornobelege von den Kunden quittieren lassen und in einer Kiste aufbewahrt. Den geltend gemachten Betrag von 45.000 Euro glaubt er so erklären zu könn

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