Antikörper

Migräne-Prophylaxe: Zulassung für Ajovy APOTHEKE ADHOC, 05.04.2019 11:27 Uhr

Fremanezumab ist neben Galcanezumab, Eptinezumab sowie Erenumab ein Antikörper des Calcitonin-Gene-Related-Peptide (CGRP). Anders als Erenumab (Aimovig, Novartis) greift Fremanezumab nicht am CGRP-Rezeptor an, sondern nimmt gezielt Einfluss auf das Neuropeptid. Durch Bindung an CGRP kann dieses nicht mehr mit dem dazugehörigen Rezeptor interagieren. CGRP ist ein Botenstoff, der vermehrt bei einer Migräneattacke freigesetzt wird und als Entzündungsprotein eine zentrale Rolle spielt. Das proinflammatorische Neuropeptid ist eine der stärksten gefäßerweiternden endogenen Substanzen und maßgeblich an der Entstehung der Migräne beteiligt. Außerdem gilt das Peptid als Entzündungsmediator. Im Zentralnervensystem ist CGRP an der Regulation der Körpertemperatur beteiligt und moduliert die Schmerzübertragung.

Im Juli 2018 hatte Erenumab als erster Antikörper zur Migräne-Prophylaxe die EU-Zulassung erhalten, am 1. November kam das Arzneimittel schließlich auf den Markt. Novartis hat für Aimovig bereits erste Rabattverträge schließen können. 28 Prozent der gesetzlich Versicherten würden durch die Zuschläge abgedeckt, teilt Novartis mit. In Deutschland werden derzeit mehr als 4000 Patienten mit Aimovig behandelt.

Im September erhielt Lilly für Galcanezumab grünes Licht. Auch die Studiendaten für Galcanezumab zeigen eine Reduktion der Migränetage. Die Studien Evolve 1 und 2 sowie Regain liefern entsprechende Zahlen. Letztere zeigt über einen Zeitraum von drei Monaten bei Patienten, die mit 120 mg beziehungsweise 240 mg behandelt wurden, eine durchschnittliche Reduktion um 4,7 Tage beziehungsweise 4,6 Tage. Unter Placebo waren es zum Vergleich 2,8 Tage.

Der vierte monoklonale Antikörper ist Eptinezumab und wurde von Alder Biopharmaceuticals entwickelt. Die Phase-III-Studie Promise 1 zeigte eine Reduktion der monatlichen Migränetage um etwa vier Tage. Die vier monoklonalen Antikörper sind die ersten Arzneimittel, die speziell für die Migräneprophylaxe entwickelt und zugelassen wurden. Bislang wurden Arzneistoffe eingesetzt, deren präventive Wirkung im Zusammenhang mit Migräne eher ein Zufallsfund war.

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