PKA-Ausbildung 

„Ich musste bei Null anfangen“ Eugenie Ankowitsch, 28.08.2018 14:02 Uhr

Berlin - Rechnungswesen sehr gut, Botanik und Pharmakognosie sehr gut, Chemie und Physik sehr gut, Ernährungskunde sehr gut: Auch der Rest des Abschlusszeugnisses von Lisa Offner birgt keine negativen Überraschungen. Der frischgebackenen PKA der Apotheke Krems im österreichischen Voitsberg ist es tatsächlich gelungen, in allen Fächern ihrer Ausbildung Bestnoten zu erreichen, obwohl sie in der Oberstufe keine naturwissenschaftlichen Fächer belegt hatte.

Etwas überrascht sei sie über ihre Bestnoten schon gewesen, sagt Offner. Sie habe sich aber riesig gefreut. „Es ist schön, wenn man für seine Leistung und Mühe belohnt wird.“ Dabei wusste die junge Frau noch vor wenigen Jahren gar nicht, dass es so einen Beruf überhaupt gibt. „Ich dachte immer, in Apotheken arbeiten eben Apotheker“, sagt sie. Nach ihrer Matura – dem österreichischen Abitur - an einem Gymnasium mit kaufmännischen Schwerpunkt hat sich die junge Frau überlegt, ob sie ein Studium anfängt oder doch eine Ausbildung absolviert. „Ich wusste nicht genau, was ich machen wollte“, erzählt sie. „Ich wollte nur auf keinen Fall jeden Tag dasselbe machen.“ Ein Bürojob sei daher nicht in Frage gekommen.

Zu ihrem Beruf ist Offner durch puren Zufall gekommen. Auf Facebook wurde die Werbung der Krems-Apotheke eingeblendet, die sich auf der Suche nach Auszubildenden befand. „Ich habe vorher nie davon gehört, dass man in einer Apotheke eine Lehre machen kann“, erzählt die junge Frau. Sie suchte im Internet nach Informationen und absolvierte mehrere Schnuppertage in Apotheken. Nach einem Praktikum in den Ferien – schon damals in der Apotheke Krems – entschied sich die Abiturientin endgültig für den Beruf der PKA.

PKA in Österreich ist wie in Deutschland ein Ausbildungsberuf und zählt nach Angaben des Österreichischen Apothekerverbandes zu den beliebtesten acht Lehrberufen im Alpenland. Seit 1994 gibt es sie. Entstanden ist das Berufsbild aus dem der Apothekenhelfer, die seit 1999 nicht mehr ausgebildet werden und deren Anzahl seitdem abnimmt. In der Regel dauert die Ausbildung drei Jahre. Für Maturanten verkürzt sie sich auf zwei Jahre. In dieser Zeit arbeiten die Azubis in einer Apotheke und erhalten dort das praktische Know-how für den Beruf. Außerdem besuchen sie die Berufsschule, wo sie sich den theoretischen Background aneignen.

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