Implantation

Patient bekommt gezüchtetes Knochengewebe dpa, 28.02.2018 11:44 Uhr

Haifa - Es klingt ein bisschen nach Frankensteins Gruselkabinett: Israelische Forscher züchten Knochengewebe im Labor und implantieren es Menschen, die einen Bruch haben. In drei bis vier Jahren will ein Unternehmen mit dem Produkt auf den Markt.

Israelische Forscher haben einem Patienten im Labor gezüchtetes Knochengewebe aus körpereigenen Zellen implantiert. Damit sei eine Lücke von vier Zentimetern in seinem Schienbein geschlossen worden, sagte Nimrod Rozen, der behandelnde Arzt vom Haemek Krankenhaus im Norden Israels. Der Patient sei einer von insgesamt drei Menschen, bei denen das Verfahren als Teil einer klinischen Studie im vergangenen halben Jahr angewendet wurde.

Der 44-Jährige hatte sich bei einem Fahrradunfall das Schienbein gebrochen. Trotz einer Operation, bei der ihm ein Nagel eingesetzt worden war, wuchs der Knochen nicht wieder zusammen, berichtete Rozen. Er leitet die Abteilung für Orthopädie und Rehabilitation der Klinik.

Die israelische Firma Bonus Biogroup in der Küstenstadt Haifa hat das Knochengewebe gezüchtet. Dafür wird dem Patienten Fettgewebe abgesaugt, erklärt Firmenchef Schai Meretzki. Dann werden dem Fettgewebe bestimmte Stammzellen entnommen und in eine Nährflüssigkeit gegeben. Diese Flüssigkeit kommt in einen Bioreaktor, der Temperatur und PH-Wert im menschlichen Körper simuliert.

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