Kinderarzneimittel

Grüne kritisieren Nurofen-Kampagne APOTHEKE ADHOC, 13.03.2018 15:22 Uhr

Berlin - Die Bundestagsfraktion der Grünen thematisiert in einer kleinen Anfrage die Werbung von Pharmaunternehmen für Kinderarzneimittel. Einige Hersteller umgingen das Werbeverbot und verwendeten problematische Wirkstoffe.

Werbung für Arzneimittel und Medizinprodukte, die sich direkt an Kinder unter 14 Jahren richtet, ist nach dem Heilmittelwerbegesetz (HWG) verboten. Die Grünen monieren, dass einige OTC-Hersteller dieses Verbot umgehen, indem sie in ihren Werbekampagnen Eltern ansprechen und die Verabreichung ihrer Produkte an Kinder auch bei banaleren Beschwerden empfehlen. Jugendliche ab 14 Jahren, die nicht mehr unter das Werbeverbot fallen, seien ebenfalls Ziel entsprechender Kampagnen. Einige der enthaltenen Wirkstoffe seien aufgrund des Nebenwirkungsprofils bedenklich oder der Nutzen der Produkte umstritten.

Die Fraktion kritisiert unter anderem Werbung für Ibuprofen. Die Bundesregierung soll offenlegen, was sie über das erhöhte Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle durch den Wirkstoff weiß. Die Grünen halten insbesondere zwei Nurofen-Spots für problematisch, die für die Verabreichung des Wirkstoffs an Kinder werben und einen Zugewinn an Lebensqualität für die Eltern versprechen. Sie wollen wissen, wie die Regierung zu solchen Kampagnen steht.

Die Regierung soll Auskunft geben, welche Nebenwirkungen dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bezüglich Dimenhydrinat, Diphenhydraminat und Doxylamin gemeldet wurden. Seit Ende vergangenen Jahres gelten für Dimenhydrinat- beziehungsweise Diphenhydramin-haltige Antiemetika für Kinder bis zu drei Jahren neue Obergrenzen und Warnhinweise. Hintergrund waren 39 Fälle schwerwiegender unerwünschter Arzneimittelwirkungen – fünf davon mit tödlichem Ausgang. Die Grünen wollen jetzt wissen, ob die Bundesregierung Werbung für solche Mittel für problematisch hält.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Hauptversammlung

DSW: Keine Entlastung für Bayer-Vorstand»

Selbstmedikation

Das sind die Top-OTC-Chefs»

Versandapotheken

Sanicare: Gericht bestätigt Eigentümerwechsel»
Politik

Apothekensterben

Senat zählt Bremer Apotheken»

Kassenreform

Koalition: Gegenwind für Spahns Gesetz»

STIKO-Empfehlung als Vorlage

Montgomery: 4- und 6-fach Impfpflicht»
Internationales

Wettbewerbsbehörde

Frankreich: Versandhandel soll Apotheken retten»

Opioid-Epidemie

Schmerzmittel gegen Sex: Großrazzien bei Ärzten und Apothekern»

Schweiz

Zu teuer: Apotheken verweigern Abgabe von Harvoni»
Pharmazie

Lieferengpass

Erwinase: Voraussichtlich ab Mitte Mai wieder lieferbar»

Obstipation

Abführ-Perlen: Aus Laxoberal wird Dulcolax»

Gentherapie gegen Erblindung

Novartis launcht Luxturna»
Panorama

Täter fordert Geld und Kondome

Zwei Schüsse auf Apotheker»

Abrechnungszentrum

Noventi erklärt Studenten die Rezeptabrechnung»

Umfrage

Ärzte verstehen Arztbrief oft nicht»
Apothekenpraxis

Apothekensterben

Studie: eRezept killt 7000 Apotheken»

PEI-Erhebung

Impfstoffmangel ist Alltag in Apotheken»

Lieferengpässe

Valsartan-Generika: Alles defekt»
PTA Live

Versicherungsschutz

Was tun bei einem Arbeitsunfall?»

LABOR-Debatte

Partnerschaften am Arbeitsplatz: Kann das gut gehen?»

Heilpflanzen im Frühjahr

Löwenzahn, die Pflanze der tausend Namen»
Erkältungs-Tipps

Zoonose

Wenn der Hund Schnupfen hat»

Erkältungstipps

Dampfinhalation – Mehr als nur heiße Luft»

Husten, Schnupfen, Heiserkeit

Der typische Erkältungsverlauf»
Magen-Darm & Co.

Magen-Darm-Beschwerden

Bauchschmerzen bei Kindern: Was steckt dahinter?»

Richtig rollen

Rollkur bei Gastritis»

Iberis amara

Bitterstoffe: Zeit für ein Comeback»