Gleichpreisigkeit

Laumann will nun doch das Rx-Versandverbot Tobias Lau, 15.02.2019 14:53 Uhr

Berlin - Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bekennt sich wieder zur Forderung nach einem Rx-Versandverbot. Bei einem Treffen mit den Spitzen der beiden Apothekerkammern übergab der CDU-Politiker ein Schreiben, in dem er ein europarechtskonformes Verbot des Versands verschreibungspflichtiger Arzneimittel aus dem Ausland verlangt. In jüngster Vergangenheit hatte er die Forderung infrage gestellt.

Die Gleichpreisigkeit bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln sei ein grundlegender sozialrechtlicher Eckpfeiler für den Erhalt der flächendeckenden Arzneimittelversorgung. Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom Oktober 2016, wonach sich ausländische Versender nicht an die Preisbindung für Rx-Arzneimittel halten müssen, sei ein euoparechtlich zulässiges Rx-Versandverbot der einzige Weg, die Gleichpreisigkeit zu erreichen. „Dafür werde ich mich auch weiterhin einsetzen“, so Laumann in seinem Brief.

Den hatte er den Präsidenten und Vorsitzenden der Apothekerkammern Nordrhein (AKNR) und Westfalen-Lippe (AKWL) überreicht. Laumann traf sich am Freitag mit den Kammern zu Gesprächen, die zweimal im Jahr turnusmäßig stattfinden. Dabei ging es dieses Mal unter anderem um das Pilotprojekt zur Einbindung des Apothekennotdienstes in Portalpraxen, die PTA-Ausbildung, die Nachwuchssorgen der Apotheker und die weitere Entwicklung des Nacht- und Notdienstes.

Bei der rund einstündigen Unterredung übergab Laumann das Schreiben, in dem er seine Position zu Gleichpreisigkeit und Rx-Versand „unmissverständlich verdeutlicht“, schreibt die AKWL. „Ich bin der Auffassung, dass jeder Patient und jede Patientin in Nordrhein-Westfalen sich darauf verlassen können muss, dass verschreibungspflichtige Arzneimittel in allen Apotheken gleich viel kosten“, so Laumann.

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