Arzneimittelskandal

60 Jahre Contergan – Für die Opfer ist es nicht vorbei dpa/APOTHEKE ADHOC, 02.10.2017 09:51 Uhr

Bei einem anderen Contergan-Opfer seien gleich zwei Anomalien an den Gefäßen aufgetaucht: Blutgefäße waren demnach an einer Stelle, wo sie der Operateur nie vermuten würde. „Das hätte gefährlich werden können“, sagt der Verbandsvorsitzende. Schon die Heidelberger Universität ging 2012 in ihrer Studie zur Situation Contergangeschädigter von Schäden auch an Gefäßen aus.

Was allerdings erst noch in einer Vergleichsstudie wissenschaftlich zu beweisen wäre. Die Conterganstiftung bereitet nach eigenen Angaben eine solche Studie mit einem Expertengremium vor. „Um wissenschaftliche Ergebnisse zu bekommen, brauchen wir mindestens zwischen 450 und 500 Betroffene“, sagt Margit Hudelmaier vom Stiftungsvorstand. Parallel dazu müsse eine Gruppe ohne Contergan-Schäden untersucht werden.

Ob es dazu kommt, hängt von der Entscheidung des Stiftungsrates am 16. Oktober ab. Der Stiftungsrat war nicht zuletzt auch wegen seiner Zusammensetzung in der Vergangenheit immer wieder konfliktbeladen: Zwei Betroffenen-Vertreter stimmen neben drei Vertretern des Bundesfamilienministeriums ab. Auch wenn allein die Studie schätzungsweise 1,4 Millionen kosten wird, geht es um viel mehr: Je nach Ergebnis könnte es zu Forderungen nach höheren Entschädigungszahlungen kommen.

Zuallererst aber gehe es um die Betroffenen selbst, betont Löwenhauser: „Es ist wichtig, dass die Risikofälle wirklich wissen, was mit ihnen los ist und dass das in einem Notfall-Ausweis vermerkt werden kann.“

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