Von Taxierung und Retaxierung

Fresh-up: Rezepturabrechnung APOTHEKE ADHOC, 14.10.2019 14:48 Uhr

Berlin - Nicht nur bei der Belieferung mit Fertigarzneimitteln lauern Retaxfallen, auch bei der Herstellung und Taxierung von in der Apotheke hergestellten Rezepturen muss einiges beachtet werden. Hier kommen die wichtigsten Punkte im Überblick.

Grundsätzlich richtet sich die Preisberechnung nach § 5 der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV). Der Preis einer Rezeptur wird in der Regel wie folgt berechnet:
(Mengenanteiliger Einkaufspreis Substanz 1 + 90 Prozent Zuschlag) + (Mengenanteiliger Einkaufspreis Substanz 2 + 90 Prozent Zuschlag) + (…) + (Preis des Abgabegefäßes + 90 Prozent Zuschlag) + Rezepturzuschlag + 19 Prozent Mehrwertsteuer

Wird nur ab- oder umgefüllt, setzt sich der Abgabepreis wie folgt zusammen:
(Mengenanteiliger Einkaufspreis + 100 Prozent Zuschlag) + (Preis des Abgabegefäßes + 100 Prozent Zuschlag) + 19 Prozent Mehrwertsteuer

Für die Bedruckung der Rezepte gilt: Alle Preise müssen auf der Vorderseite der Verordnung gut lesbar angegeben sein. Ist dies aus Platzgründen nicht möglich, kann der Druck auch auf der Rückseite aufgebracht werden. In diesem Fall empfiehlt es sich, einen Vermerk auf der Vorderseite anzubringen.

Herrscht bei der Auswahl der richtigen Größe des Abgabegefäßes Unsicherheit, muss sich wie folgt verhalten werden: Es ist immer das Volumen und nicht das Gewicht heranzuziehen. Der Preis der Abgabegefäße ist in der Hilfstaxe für Apotheken festgehalten, gleiches gilt für die Rezepturzuschläge, die je nach hergestellter Darreichungsform unterschiedlich sind. Ein Sonderfall bei der Taxation sind Rezepturen, die für den Sprechstundenbedarf verordnet werden: In diesen Fällen dürfen Apotheken keinen Gefäßpreis in Rechnung stellen. Eine Ausnahme gilt nur, wenn ein entsprechender Regionalvertrag vorliegt.

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