Telemedizin

Videosprechstunde in Berlin dpa, 13.01.2019 09:41 Uhr

Berlin - Seit wenigen Tagen können sich Patienten in Berlin etwa durch Videosprechstunden von Ärzten behandeln lassen, denen sie noch nie begegnet sind – theoretisch zumindest. Noch mangelt es am Telemedizin-Angebot. „Wir rechnen nicht mit einem großen Run bei den niedergelassenen Ärzten“, sagte der Sprecher der Berliner Ärztekammer, Sascha Rudat, mit Blick auf die nun in Kraft getretene Änderung der Berufsordnung. Das Angebot müsse sich erst noch entwickeln und habe „natürliche Grenzen“, etwa in Fachrichtungen, in denen körperliche Untersuchungen nötig sind. Die Anwendungsmöglichkeiten würden als „relativ begrenzt“ eingeschätzt.

Eine komfortable App oder Webseite, auf der man etwa mit akuter Erkältung rasch eine Online-Sprechstunde bei einem Berliner Arzt findet – das ist damit noch Zukunftsmusik. Eine Übersicht der niedergelassenen Ärzte, die solche Angebote machen, gebe es bisher nicht, sagte Rudat. Wie eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) sagte, rechneten in Berlin bisher überhaupt nur zwei Praxen Telemedizin-Behandlungen ab. Bereits bekannte Patienten konnten Ärzte unter bestimmten Bedingungen auch bisher schon telemedizinisch behandeln.

Mit der Möglichkeit der Fernbehandlung fremder Patienten gebe es für Ärzte auch Risiken, sagte Rudat. Er rechne mit einer Zurückhaltung vieler Mediziner schon aus haftungsrechtlichen Gründen. Auch Rezepte für verschreibungspflichtige Medikamente könnten bisher auf diesem Weg nicht geschrieben werden. Und das Ausstellen von Krankenscheinen ohne persönlichen Kontakt ist laut dem Kammersprecher ein Thema, bei dem noch mit Entwicklungen zu rechnen sei: Ärzte müssten nach gegenwärtiger Regelung auch aus der Ferne „zweifelsfrei“ die Arbeitsunfähigkeit des Patienten feststellen.

Potenzial gebe es aber womöglich für Psychotherapeuten, sagte Rudat. Dort sind Patienten oft über längere Zeiträume in Behandlung, ohne dass Untersuchungen in der Praxis erforderlich sind.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Packungsdesign

KadeFungin wird blumiger»

Plattformökonomie

Von Wort & Bild zu Curacado zu Pro AvO»

Advantage, Seresto, Droncit

Bayer verkauft Tiergesundheit an Elanco»
Politik

Digitalisierung

eRezept & Co: Warum Deutschland hinterherhängt»

BAH-Gesundheitsmonitor

Schneller in der Apotheke als beim Arzt»

Pharmaindustrie

Julia Richter verlässt BPI»
Internationales

Schweiz

Apotheker statt Arzt – senkt Kassenbeitrag»

Österreich

Lieferengpässe: Defekt-Alarm für Ärzte»

Österreich

„Marktferne Elemente“: Ärzte ätzen gegen Apotheken»
Pharmazie

Rückruf

Caelo: Kamillenblüten müssen Retour»

Generikakonzerne

Stada bringt Forsteo-Biosimilar»

Myelofibrose

FDA: Comeback für Fedratinib»
Panorama

Eigenmarken

Edeka testet Nährwertkennzeichnung»

Job in Hamburg

Kroatische Kollegin: In Deutschland kann ich noch Apothekerin sein»

Leipzig

Polizei findet Rezeptfälscher – im Gefängnis»
Apothekenpraxis

Neue Gebühren

Apothekerin im Clinch mit der Sparkasse»

OLG begründet Preisfreigabe

Wer Rx-Boni gewährt, darf auch billiger einkaufen»

Zwei Rezepturen am Eröffnungstag

Tag 1 in der eigenen Apotheke: „Der ganz normale Wahnsinn geht direkt los“»
PTA Live

Ausbildung

Rezeptur-Premiere für chinesische PTA-Schüler»

Ausbildung

PTA-Praktikantin: Skepsis im Team»

So kommt die Medizin ins Kind

Fünf Tipps zur Medikamentengabe bei Kindern»
Erkältungs-Tipps

Psychogene Erkrankungen

Wenn die Psyche Husten hat»

Urlaubszeit

Erkältung im Flugzeug»

Erkältungen in der warmen Jahreszeit

Mythos Sommergrippe»
Magen-Darm & Co.

Motilitätsstörungen

Magenverstimmung: Kurze Dauer, vielfältige Ursachen»

Magen-Darm-Erkrankungen

Rotaviren: Gefahr für Kleinkinder»

Spezielle Nahrungsmittel

Kefir – kaukasischer Zaubertrank»
Kinderwunsch & Stillzeit

Schwangerschaft

Das dritte Trimester: Positionswechsel und Gewichtszunahme»

Schwangerschaft

Das zweite Trimester: Von der Lanugobehaarung bis zum Surfactant»

Schwangerschaft

Das erste Trimester: Von der Befruchtung bis zur Organentwicklung»