Telemedizin

Doctolib bringt eigenes eRezept Tobias Lau, 16.07.2019 09:08 Uhr

Berlin - Beim französisch-deutschen Start-up Doctolib läuft es derzeit rund: Der Terminservice-Anbieter ist in die Riege der „Einhörner“ aufgestiegen, also jener Start-ups, die mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet werden. Investoren und Analysten trauen dem 2013 gegründeten Unternehmen zu, Hauptkonkurrent Jameda hierzulande zu überflügeln. Seine Nutzerzahlen hat der Anbieter innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. Und es soll nicht bei der Vergabe von Arztterminen bleiben: Noch in diesem Jahr will Doctolib auch hierzulande in die Telemedizin einsteigen und später eine eigene eRezept-Anwendung präsentieren, kündigt Geschäftsführer Dr. Ilias Tsimpoulis an.

Eigentlich könnte die Ausgangslage besser sein: Das Start-up expandiert aus Frankreich in den deutschen Markt, wo mit Jameda bereits ein etablierter Anbieter denselben Service im Portfolio hat, aber mit Burda noch einen kräftigen Medienkonzern im Rücken. Doch dann kommt Doctolib die politische Großwetterlage zugute: Die Bundesregierung arbeitet daran, den deutschen Rückstand bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen zu verringern. „Wir sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, sagt Deutschland-Geschäftsführer Dr. Ilias Tsimpoulis. „Es herrscht eine größere Bereitschaft zur Digitalisierung, als gemeinhin angenommen.“

Und das spiegelt sich in der geschäftlichen Entwicklung. „Wir wachsen exponentiell“, sagt Tsimpoulis. 850 Mitarbeiter hat Doctolib, in den nächsten Jahren sollen noch einmal rund 1000 hinzukommen. In Deutschland allein sind es bisher 150 Mitarbeiter an sechs Standorten. Von denen zieht der Außendienst los und unterbreitet Praxen, Kliniken und MVZ sein Angebot: „Wir sind keine generalistische Software sondern sehen uns als Partner der Ärzte, der mit seinem Service die Terminvergabe zur Effizienzsteigerung der medizinischen Einrichtungen optimiert. Wir bieten nicht nur ein Tool, sondern ein Gesamtpaket für unsere Kunden.“, erklärt der 41-Jährige. Anders als bei Jameda können Patienten ihre Ärzte bei Doctolib nicht bewerten. Stattdessen fokussiert sich das Unternehmen bisher darauf, die Terminvergabe zu optimieren. Dazu habe Doctolib „das modernste Terminverwaltungssystem, das wir kennen“, entwickelt.

129 Euro kostet das pro Arzt und Monat – nicht mehr, nicht weniger. Der „sehr einfache, sehr transparente Preis“ sei Teil des Erfolgsgeheimnisses. Das Angebot sei auch monatlich kündbar, die eingegangene Verpflichtung für die Praxis also denkbar klein. Für das Geld, so verspricht Tsimpoulis, „schaffen Ärzte es dann, Termine so zu koordinieren, dass der richtige Patient zur richtigen Zeit kommt“. Ein Algorithmus weist bestimmten Gruppen von Patienten beispielsweise bestimmte Zeiten zu, um Ressourcen in Arztpraxen effizienter einzusetzen, auch wenn mehrere Ärzte an einer Therapie beteiligt sind. Bei der Konfiguration und Anwendung der Software sowie für Beratung und Fehlerbehebung seien die Doctolib-Mitarbeiter vor Ort dabei.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Coronavirus

Welchen Einfluss hat Corona?

Gelebte Solidarität in Apotheken»

Antikörper-Studie

Italien: Corona-Dunkelziffer höher als angenommen»

Krankheitsverlauf von Covid-19

Transferrin: Eisentransporter als Frühindikator?»
Markt

Seit Juli

Ersatzkassen: Kein Bonus mehr für Teststreifen»

IT-Umstellung

Apobank: Probleme bei der Kreditkartenabrechnung»

Marcol steigt ein

Aponeo-Investor übernimmt Fernarzt.com»
Politik

Kubicki: Nicht alles „Covidioten“

Lindner kritisiert Corona-Demos»
"So schnell wie nie zuvor" Spahn optimistisch bei Impfstoffentwicklung»

Corona-Testpflicht-Verordnung

25.000 Euro Strafe für Testverweigerer»
Internationales

Notbevorratung durch Unternehmen und Regierung

Brexit: UK bunkert Arzneimittel für den Ernstfall»

Kooperation

GlaxoSmithKline steigt bei Curevac ein»

Walgreens Boots Alliance

Wegen Corona: Pessina streicht 4000 Stellen»
Pharmazie

Antihypertonika senken Krebsrisiko

Weniger Darmkrebs durch Sartane & ACE-Hemmer?»

Vakzine gegen Sars-CoV-2

RNA-Impfstoff schützt Rhesusaffen»

AMK-Meldung

Abstral-Überdosierung möglich: Zwei Tabletten statt einer»
Panorama

Aktion zum Schulstart

Kleeblatt-Apotheken verteilen Kinder-Atemmasken»

Indien

Arzt soll in 50 Morde verwickelt sein»

Apothekervermittlung aus dem Ausland

„Auf Kante genäht“: Bosnisches Apothekerpaar rettet Filiale»
Apothekenpraxis

Selbst die eigenen Kunden zweifeln

Noweda-Botendienst: Die Skepsis überwiegt»

Übernahme in der Corona-Krise

Doppelpack: Junges Paar übernimmt zwei Apotheken »

Beweise archiviert, Falle gestellt, Monate gewartet

Apotheker zeigt langen Atem gegen Rezeptfälscher»
PTA Live

Sportliche Menschen erkranken seltener

Glaukom: Sehverlust durch Bewegung abwenden»

SARS-CoV-2-Pandemie

Wann gilt das Beschäftigungsverbot für Schwangere in Apotheken?»

Cabdo-Botendienst

Geschäftsidee geplatzt: Arzneimittel per Limo-Service»
Erkältungs-Tipps

OP-Maske, FFP und KN95

Wie schützt eine Mund-Nasen-Bedeckung vor Infekten?»

Immunsystem stärken, Hygiene beachten

Fünf Tipps zur Erkältungsvorbeugung»

Verbreitung von Krankheitserregern

Tipps zur Vermeidung von Schmier- und Tröpfcheninfektionen»
Magen-Darm & Co.

Haferschleim, Zwieback & Banane

Schonkost: Leicht verdaulich & gut verträglich»

Pflanzlich oder Probiotisch

Fresh-Up: Reizdarmsyndrom»

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Colitis ulcerosa: Wenn der Dickdarm erkrankt»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Aktivität

Laufen in der Schwangerschaft»

Ernährung, Sport und Vitamine

Schwanger zu werden, ist nicht nur Frauensache»

Bildergalerie

Schwangerschaftsmythen: Fakt oder Falsch?»
Medizinisches Cannabis

Wie setzt sich der Abgabepreis zusammen?

Cannabis-Rezept: Taxierung»

Interview mit Michael Becker

Cannabis-Prüftipps vom Pharmazierat»

Teil 2: Belieferung & Dokumentation

How to: Cannabisrezept»
HAUTsache gesund und schön

Gefahren bei falscher Pflege

Wimpern und Augenbrauen: Schützende Sensibelchen»

Isotretinoin, MTX & Co.

Hautpflege bei bestimmter Medikation»

Neue Kosmetikkonzepte

Hygiene in die Pflegeroutine integrieren»