Kommentar

Retzlaffs Rache Patrick Hollstein, 26.06.2017 22:33 Uhr

Berlin - Wie konnte das passieren? Da kommt jemand und bietet für die Stada deutlich mehr als das Doppelte dessen, was sie noch vor einem Jahr wert war. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen die Annahme, doch die Aktionäre folgen nicht. Der Deal platzt – auch weil alle Beteiligten das Vermächtnis von Hartmut Retzlaff unterschätzt haben.

Retzlaff war seit 1993 Vorstandschef der Stada; der ehemalige Pharmareferent hatte aus dem einstigen „Hasenstall“ einen internationalen Konzern geschmiedet. An ihm führte zwei Jahrzehnte lang kein Weg vorbei. Retzlaff war „Mr. Stada“: unerreicht und unersetzbar. Und lange war er auch der Grund, dass die Stada eigenständig blieb.

Doch vor einem Jahr bliesen die Investoren zum Angriff – auf die Stada und auf das „System Retzlaff“. Zuerst sollte der Aufsichtsrat davon gefegt und durch Profis ersetzt werden. Dann sollten alle Versäumnisse der Vergangenheit aufgearbeitet werden. Für den Konzernchef, der in der börsennotierten Aktiengesellschaft lange als Patriarch geherrscht hatte, wurde die Luft dünn. Schon bald zeichnete sich ab, dass er um eine Schlammschlacht nicht herum kommen würde.

So wurde Retzlaff vom Hof gejagt und nach ihm gingen viele seiner Vertrauten. Dr. Matthias Wiedenfels übernahm kommissarisch die Leitung. Der Jurist war erst wenige Jahre zuvor von der Kanzlei Ashurst zu Stada gekommen und für den Bereich Zentrale Dienste verantwortlich. Wenn also jemand das System Retzlaff kannte und deckte, dann Wiedenfels. Dennoch konnte er die Investoren überzeugen, ihm die Leitung auch auf Dauer anzuvertrauen. Ähnlich erging es Carl Ferdinand Oetker, den es beim Hauptversammlungsmarathon 2016 vom Stellvertreter- auf den Chefposten des Aufsichtsrats spülte. Gemeinsam gelobten sie Besserung und versprachen Veränderung.
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